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Interview mit Bilal und Majed

Majed und Bilal

Bilal, 32 Jahre alt, ist 2015 aus Aleppo nach Wien geflohen. Er arbeitet seit November bei Deloitte.

Majed, 32 Jahre alt, lebt ebenfalls seit 2015 in Wien und kommt aus Syrien. Er arbeitet auch seit November bei Deloitte.

Beide kennen sich bereits aus Syrien, da sie zeitgleich an der Aleppo Universität studiert haben.

Marie: Ihr seid nun beide seit Anfang November bei Deloitte beschäftigt. Wie seid ihr zu Deloitte gekommen?

Bilal: Meine Geschichte hat im Grunde mit einem E-Mail begonnen. Ich habe ein Mail von refugeeswork erhalten, in dem das More Than One Perspective Programm (MTOP) beworben wurde. Ich habe mich daraufhin für das Programm beworben und daran teilgenommen. Dort gab es unterschiedliche Vorträge – u.a. zu den Themen Arbeitsmarkt, Bewerbungen, Interviewtraining etc. Ich habe meine Sprache dort sehr stark verbessern können, es ist wirklich ein tolles Programm, denn der Fokus liegt auf Kommunikation – nicht nur auf der Grammatik. Durch MTOP bin ich dann wiederum zu Deloitte gekommen. Ich hatte zu Beginn ein Interview mit dir und anschließend mit dem Team, wo ich später dann auch ein Praktikum absolviert habe. In meinem ersten Praktikum im Sommer ging es darum, geflüchtete Menschen im Rahmen eines Research Projekts mit der University of Oxford zu interviewen. Im Rahmen des Praktikums habe ich erfahren, dass Deloitte auch Buchhaltungskurse am WIFI für geflüchtete Menschen finanziert. Ich habe dann einen Platz in diesem Kurs „Deloitte/RBI Finance & Accounting School“ bekommen und im Dezember werde ich den Kurs abschließen. Mittlerweile absolviere ich ein Praktikum im BPS Bereich bei Deloitte. Hier machen wir Umsatzsteuervoranmeldungen, Lohnverrechnung, im Grunde alles im Buchhaltungsbereich. Das macht mir viel Spaß.

 

Marie: War es dein Ziel, in der Buchhaltung zu arbeiten?

Bilal: Ja. Ich arbeite sehr gerne mit Zahlen. Es macht mir sehr viel Freude in diesem Bereich zu arbeiten. Ich merke auch gar nicht, dass die Zeit vergeht. Manchmal müssen mich die anderen sogar erinnern, dass es Zeit ist für die Mittagspause oder für das Heimgehen ist!

 

Marie: Das klingt schön. Hast du das Gefühl, dass du die Kenntnisse aus der Deloitte/RBI Finance & Accounting School bereits praktisch einsetzen kannst?

Bilal: Der Kurs ist sehr hilfreich. Das Buchhaltungssystem in Syrien unterscheidet sich doch recht stark vom Buchhaltungssystem in Österreich. Ohne dem Kurs würde das Praktikum jetzt sicherlich nicht so gut verlaufen. Ich habe mittlerweile das Gefühl, dass ich meine fachlichen Kenntnisse auch einbringen kann und daneben natürlich durch das Praktikum auch sehr viel an Praxiserfahrung gewinne.

 

Marie: Majed, wie ist das bei dir? Wie bist du zu Deloitte gekommen und in welchem Bereich arbeitest du nun?

Majed: Nach dem Erhalt meines Asylstatus habe ich so schnell als möglich versucht Arbeit zu finden. Ich habe beim Österreichischen Integrationsfonds (ÖIF) als Berater gearbeitet und dann dort jemanden kennengelernt, der bei der RBI arbeitet. So bin ich zur Deloitte/RBI Finance & Accounting School gekommen. Da habe ich dann dich kennengelernt und so hatte ich die Möglichkeit für ein Interview bei Deloitte. Ich habe früher auch in Dubai und Katar im Bankenbereich gearbeitet, daher hat mir der Name Deloitte bereits etwas gesagt. Es war immer so etwas wie mein Traum für eine Firma wie Deloitte zu arbeiten. Ich bin sehr glücklich sagen zu können, dass sich mit dieser Stelle dieser Traum erfüllt hat.

 

Marie: Wie würdet ihr die Unternehmenskultur bei Deloitte beschreiben? Kann man sie mit der Unternehmenskultur in euren vorherigen Jobs in Syrien oder Katar vergleichen? Gibt es Unterschiede?

Majed: Ich denke die Arbeit an sich ist schon ähnlich. Aber die Unternehmenskultur unterscheidet sich natürlich. Sie unterscheidet sich aber auch stark z.B. zwischen ÖIF und Deloitte. Bei Deloitte gefällt es mir sehr gut, dass ich eine gewisse Freiheit habe. Ich mag das Vertrauen, das mir entgegengebracht wird und die Integrität. Ich bin sehr motiviert in so einem Umfeld viel zu geben! Ich habe das Gefühl, dass ich mich hier gut entfalten kann und mich weiterentwickeln kann.

 

Marie: Wie ist das Onboarding bei euch abgelaufen?

Majed: Mir hat am ersten Tag sehr gut gefallen, dass alles sehr strukturiert war. Nach der Willkommensveranstaltung erhält man sein Handy und seinen Laptop, man konnte also direkt loslegen. Man muss sich selbst im Grunde nicht kümmern. Natürlich erhält man am Anfang sehr viele Informationen, gerade über interne Strukturen. Das ist natürlich einerseits etwas überfordernd, andererseits auch sehr wichtig um schnell „reinzukommen“. In meiner Position im Human Capital Advisory werde ich viel mit meinen internen Kunden zu tun haben, daher ist es wichtig, dass ich die Personen kennenlerne.

 

Marie: Habt ihr in euren Teams bereits Anschluss gefunden?

Bilal: Ja ich denke schon. Ich gehe oft mit meinem Team Mittagessen. Ein Teammitglied ist auch mein Buddy, der mich bei Unklarheiten und Fragen unterstützt. Zu ihm habe ich einen guten Draht.

 

Marie: Was konntet ihr durch euer Praktikum bereits lernen?

Bilal: Ich bin der Meinung man lernt immer neue Dinge. Auch wenn man schon Erfahrung mitbringt.

Majed: Ich stimme zu. Auch wenn die Stelle ähnlich zu dem sein sollte, was man früher gemacht hat – man lernt immer. Man lernt von den Kolleginnen und Kollegen, es sind neue Erfahrungen. Man kann sich immer weiterentwickeln und sich verbessern in dem was man tut.

 

Marie: Majed, du wirst in Kürze Vater. Was willst du deiner Tochter später einmal als Tipp für die Zukunft mitgeben?

Majed: Mir ist die Freiheit sehr wichtig. Nicht nur Meinungsfreiheit oder Religionsfreiheit. Freies Denken, unabhängig von anderen, auch von den Eltern. Ich möchte für sie, dass sie studiert. Bildung ist so wichtig. Sie soll studieren was sie interessiert und was ihr Spaß macht. Sie soll sich auf die Zukunft konzentrieren. Es gibt viele Jugendliche, die nicht wissen wohin sie sollen. Ich denke man muss viel lernen und viel lesen damit man weiß wie die Zukunft aussehen könnte und damit man die richtigen Entscheidungen treffen kann, die einen fit für die Zukunft machen. Ich denke Technologie ist ganz wichtig. Vielleicht würde ich ihr vorschlagen, dass sie in diesem Bereich studieren sollte, aber wie gesagt – es muss ihr Spaß machen und ich bin sicher, sie wird ihren Weg gehen!

 

Marie: Bilal, was ist dir wichtig im Leben? Was ist dein „Lebensmotto“?

Bilal: Ich finde es sehr wichtig, dass man jeden Tag Neues lernt. Wenn ein Tag ohne Weiterentwicklung vergeht, dann hat man etwas verloren. Ich bin auch der Meinung, man muss sich immer Mühe geben, um etwas zu erreichen. Wenn man etwas gerne tut, dann umso besser. Das ist aber nicht selbstverständlich.

Majed: Das Leben muss man auch ernst nehmen. Auch als Kind. Man soll Freizeit haben, aber das Leben auch ernst nehmen. Es war für Bilal und mich zum Beispiel nicht einfach in ein neues Land zu flüchten und dann alles von 0 aufzubauen. Ich lebe nach dem Motto „Knowledge is life with wings“. Je mehr meine Tocher also lernt, desto mehr sie sich bildet, desto einfacher ist die Zukunft für sie. Die Ausbildung ist also neben Freiheit das Wichtigste für mich.

 

Marie: Majed, du bildest dich selbst ständig weiter. Du bist nach Österreich gekommen, hast sofort mit dem Deutschlernen begonnen, einen Controller Kurs gemacht und Vollzeit gearbeitet. Heute machst du deinen Master, besuchst die Deloitte/RBI Finance&Accounting School, arbeitest bei Deloitte und sprichst perfekt Deutsch. Wie hast du das alles in 2 Jahren geschafft? Und wie bringst du alles unter einen Hut?

Majed: Es ist sicher nicht einfach. Wie du gesagt hast – seit ich in Österreich bin, arbeite ich Vollzeit und studiere nebenbei. Die wichtigste Sache ist sicherlich die Motivation. Und zwar nicht die Motivation von außen, sondern die Motivation von innen. Ich motiviere mich selbst. Meine Motivation ist, dass ich weiß wohin ich will. Das ist sicherlich nicht einfach, ich habe eine Familie. Da ist natürlich auch das Verständnis meiner Frau sehr wichtig. Sie versteht mich und glaubt an mich. Ich studiere jetzt nicht, weil es immer Spaß macht und leicht ist – ich studiere, weil das immer mein Traum war. In Syrien konnte ich meinen Master nicht machen, weil mein Vater leider früh verstorben ist und ich nach dem Bachelor arbeiten musste, um meine Familie zu unterstützen. Das hole ich jetzt nach. Das ist eine Herausforderung, aber auch eine unglaubliche Motivation.

Auch Zeitmanagement ist natürlich sehr wichtig. Manche Menschen sagen, dass sie keine Zeit haben. Es gibt aber immer Zeit, wenn man nur wirklich will.

 

Marie: Bilal, wie schaffst du das? Du sprichst nach nur zwei Jahren sehr gut Deutsch, machst ebenfalls die Deloitte/RBI Finance&Accounting School und arbeitest 40 Stunden in der Woche.

Bilal: Es ist schon sehr stressig muss ich sagen. Dadurch, dass man so viel lernt am Anfang und man so viele Eindrücke hat, ist es nicht einfach. Als ich nach Österreich gekommen bin, war ich der Meinung, dass man sich sehr viel Mühe geben muss, um sich zu integrieren, eine Arbeit zu bekommen. Man muss diese Schwierigkeiten akzeptieren und damit umgehen um ein neues, gutes Leben starten zu können. Wenn man das nicht akzeptiert, dann kann man eigentlich nichts machen.

Majed: Das ist auch eine Analyse vom Lebenslauf her. Man muss seinen Lebenslauf analysieren und schauen, wo sind meine Stärken, wo sind meine Schwächen. Und in einem neuen Land gibt es sicher viele Herausforderungen: Sprache, Ausbildung etc. Wenn eine Österreicherin also z.B. eine Stunde an etwas arbeitet, dann müssen wir doppelt so viel arbeiten – man muss also vieles nebenbei machen um schnell zu lernen und besser zu werden. Ansonsten hat man keine Chance.

 

Marie: Was war bisher euer schönster Moment bei Deloitte, falls es so etwas gibt?

Majed: Für mich war sicher der schönste Moment, als ich die Zusage für den Job bekommen habe. September scheint überhaupt mein Glücksmonat zu sein. Im September habe ich mit meinem ersten Job in Österreich angefangen – beim ÖIF. Im September habe ich geheiratet und im September habe ich hier die Zusage für den Job bei Deloitte bekommen.

Bilal: Mir fällt nicht nur ein Moment ein – es gab bisher sehr viele schöne Momente. Insbesondere die Momente, wo ich mit Zahlen arbeiten kann.

 

Marie: Vielen Dank euch beiden für das Interview und die spannenden Einblicke!

Interview mit Christian Havranek, HR Leader und Human Capital Partner bei Deloitte Österreich

Christian Havranek

Marie: Das Projekt „Second Chance“ des Deloitte Future Funds soll Praktika für geflüchtete Menschen bei Deloitte Österreich ermöglichen. Da du HR Leader von Deloitte Österreich bist und außerdem im Human Capital Consulting bereits Praktikanten mit Fluchtgeschichte aufgenommen hast, freue ich mich über diese Gelegenheit dich zum Projekt zu interviewen. Meine erste Frage an dich: warum ist dir das „Second Chance“ Projekt wichtig?

Christian: Einerseits sind für mich geflüchtete Menschen eine besondere Gruppe am Arbeitsmarkt. Diese Gruppe an Menschen ist unvergleichbar zu allen anderen. Hier geht es natürlich darum zu schauen, ob da nicht für uns als Arbeitgeber die Chance besteht, diese Personen als Talente für uns zu gewinnen. Viele standen bereits im Heimatland im Berufsleben und bringen interessante Qualifikationen mit. Andererseits – wenn wir uns vorstellen, dass alle Unternehmen einen kleinen Beitrag leisten – dann wird das Problem der Arbeitsmarktintegration in Summe kleiner.

Marie: Im Human Capital Consulting haben bereits mehrere Personen mit Fluchtgeschichte Praktika absolviert. Was sind deine persönlichen Erfahrungen und Eindrücke?

Christian: Was ich erlebe ist eine sehr hohe Arbeitsorientierung und eine starke Konzentration auf den eigenen Aufgabenbereich. Das heißt, es sind nicht unbedingt Personen die im Mittelpunkt des Geschehens stehen – es besteht ein sehr guter sachorientierter Umgang miteinander. Ich habe also bisher sehr positive, sehr angenehme Erfahrungen machen dürfen.

Marie: Was hatte die Aufnahme von diesen Praktikanten für einen Effekt auf das jeweilige Team? Gab es sprachliche Hürden?

Christian: Generell erleben wir einen steigenden Englischanteil in Projekten. Jede Weiterbildung ist bei uns in Englisch. Man erlebt teilweise auch in Kundenprojekten – wenn hier jemand aus dem Ausland kommt und vielleicht weniger gut Englisch kann – auch dann wird man einen Weg finden. Ähnlich ist es mit der Verständigung mit den geflüchteten Menschen auf Deutsch. Unser mittlerweile unbefristet angestellter (ehemaliger Second Chance Praktikant) hat aber z.B. einen Aufgabenbereich wo er sehr viel mit Zahlen hantiert – da ist er auch sehr gut und sehr genau und da gibt es fast keine Probleme mit der Kommunikation. Derzeit ist in Überlegung, ihn von 20 Stunden auf 40 Stunden aufzustocken. Das wäre natürlich für seine Einkommenssituation gut, da er derzeit nicht viel mehr als die Mindestsicherung verdient. Man merkt, die Menschen wollen in vielen Fällen einfach arbeiten, auch wenn sie dann nicht viel mehr haben als die Mindestsicherung.

Marie: Wie lief die Einarbeitungszeit ab?

Christian: Die Einarbeitung lief im Grunde wie immer – über einen Coaching, one-to-one Ansatz. Grundsätzlich kann ich sagen, dass diejenigen Personen, die für die Einarbeitung der Praktikanten zuständig waren, sehr engagiert bei der Sache waren als sie gesehen haben wie motiviert und arbeitswillig die Praktikanten waren. Im Grunde war die Einarbeitung im Team total problemlos. Es ist ein wechselseitiger, sehr höflicher und sachbezogener Umgang. Es ist alles sehr unaufgeregt.

Marie: Konntest du oder das Team etwas von den Praktikanten lernen?

Christian: Was ich jedenfalls lerne ist, dass die geflüchteten Menschen bei uns sehr konzentriert arbeiten. Ich habe den Eindruck gewonnen, dass es da durchaus andere Pausenkulturen gibt. Generell arbeiten sie sehr intensiv. Grundsätzlich sind es sicher sehr wagemutige Menschen, die den individuellen Weg nach Europa auf sich nehmen.

Marie: Gibt es in der Zusammenarbeit spezielle Herausforderungen?

Christian: Das wirklich Einzige was mir einfällt ist, man muss sich bemühen so zu sprechen, dass man gut verstanden wird. Es ist wirklich schwer Deutsch zu lernen und da muss man auch eine gewisse Sensibilität haben, nicht gleich mit Fachausdrücken um sich zu werfen.

Marie: Was empfiehlst du geflüchteten Personen, die am österreichischen Arbeitsmarkt Fuß fassen möchten?

Christian: Ich sehe das am Beispiel der geflüchteten Person die ich privat betreue. Für extrovertierte Personen, die in irgendeiner Form Kontakt zu Österreicherinnen und Österreichern haben, ist es leichter. Ein großes Problem haben jene, die keine Kontakte haben und in ihrer eigenen Community bleiben. Denn diese Personen leben sehr isoliert, da werden natürlich auch die Sprachkenntnisse nicht wirklich schnell besser. Anschluss suchen finde ich also einen ganz wichtigen Punkt.

Marie: Was möchtest du österreichischen Arbeitgebern, die in ihrem Unternehmen Arbeitsplätze für geflüchtete Personen schaffen wollen, mit auf den Weg geben?

Christian: Man braucht im Unternehmen einen Menschen der primär den CSR Aspekt bzw. das humanitäre Anliegen im Fokus hat und man muss gleichzeitig akzeptieren, dass das Business das Business ist und damit natürlich im Vordergrund steht. Wichtig ist es in meinen Augen geduldig zu schauen – wo gibt es Überschneidungen, wo macht es Sinn.

Marie: Vielen Dank für das Interview!

Weihnachten in Syrien

In Syrien sind etwa 10% der Bevölkerung Christen. Bevor der Krieg ausgebrochen ist, hat unsere Praktikantin Randa das Weihnachtsfest in Damaskus mit der Familie begangen. Um mehr zu erfahren, habe ich Randa um ein Interview gebeten:

Marie: Randa, wie hast du in Syrien Weihnachten gefeiert?

Randa: Bei uns in Syrien bekommen die Kinder die Geschenke in der Nacht auf den 25. Dezember vom Weihnachtsmann. Der 25. ist ein Feiertag, daher war es Tradition, dass wir zu Mittag ein großes Familienessen gemacht haben, mit frischen Kibbeh und anderen Köstlichkeiten.

Kibbeh (Bulgurtaschen mit Fleisch und Zwiebel)
Kibbeh (Bulgurtaschen mit Fleisch und Zwiebel)

Ein schöner großer Weihnachtsbaum hat auch immer dazu gehört, so wie dieser hier bei Deloitte.

Randa mit dem Deloitte Weihnachtsbaum
Randa mit dem Deloitte Weihnachtsbaum

Marie: Wie feierst du hier in Wien Weihnachten?

Randa: Seit ich in Österreich bin, ist Weihnachten natürlich anders. Der Großteil meiner Familie ist noch in Syrien. Ich habe sechs Geschwister – fünf Schwestern und einen Bruder. Vier meiner Schwestern sind noch in Syrien mit ihren jeweiligen Familien, mein Bruder lebt in Brasilien. Ich denke natürlich viel an sie, die Situation in Syrien ist schlimm. Ich bin aber froh wenigstens über Skype und Whats App mit ihnen in Kontakt zu sein. Ich bin auch glücklich, nicht ganz alleine in Wien zu sein – ich bin zusammen mit meiner Schwester gekommen. Meine Schwester macht derzeit einen Deutschkurs und arbeitet als Freiwillige mit dem Roten Kreuz, sie hat in Syrien schon Erfahrungen in diesem Bereich gesammelt.

Wir wohnen nun in einer gemeinsamen Wohnung im 16. Bezirk. Da ist es sehr schön, ich kann einfach mit der U-Bahn zur Arbeit fahren. Zu Weihnachten werde ich zusammen mit meiner Schwester eine Freundin in Deutschland besuchen, die erst vor zwei Monaten geheiratet hat. Darauf freue ich mich sehr.

Marie: Seit wann lebst du in Österreich?

Randa: Ich bin im September 2015 nach Niederösterreich gekommen, Asyl habe ich im November bekommen und im Dezember bin ich dann nach Wien gezogen. Ich möchte jetzt auch in Wien bleiben, es gefällt mir hier sehr. Man kann ausgehen, es gibt viele Möglichkeiten die Freizeit zu gestalten. Auch die Verkehrsmittel sind super in Wien, ich kenne mich schon ganz gut aus.

Marie: In welchem Bereich hast du in Syrien gearbeitet und kannst du diese Kenntnisse hier bei Deloitte nutzen?

Randa: Nach meinem Wirtschaftsstudium habe ich für 8 Jahre in einer Bank gearbeitet. Das war eine schöne Arbeit in einem netten Team. Hier bei Deloitte arbeite ich im Regulatory Team. Das Team ist toll. Die Kollegen sind sehr freundlich und hilfsbereit. Wir gehen zusammen Mittagessen und tauschen uns aus.

Auch die Arbeit an sich gefällt mir gut. Die Buchhaltung für Banken funktioniert sehr ähnlich. Natürlich gibt es auch Unterschiede, aber ich freue mich viel zu lernen.

Marie: Hast du Neujahrsvorsätze?

Randa: Mein Wunsch ist es besser Deutsch zu lernen, einen fixen Arbeitsplatz zu bekommen und dann natürlich meine gesamte Familie zu sehen.

Marie: Vielen Dank für das interessante Interview Randa!

Second Chance – Praktika bei Deloitte

Ein Baustein unserer Flüchtlingshilfe ist das Projekt „Second Chance“, bei dem wir in direktem Kontakt mit ausgewählten Flüchtlingen nachhaltig Hilfe leisten wollen. Durch die Vergabe von Praktika an Personen, die bereits im Heimatland erste Kenntnisse in einem für uns relevanten Fachbereich z.B. durch ein Studium oder ein Praktikum sammeln konnten, leisten wir einen Beitrag zur Eingliederung in den österreichischen Arbeitsmarkt. Unsere PraktikantInnen werden in einem Buddy-System sowohl im Onboarding, als auch im täglichen Geschäft unterstützt. Zusätzlich unterstützt Vera Gubensäk, Wirschaftspädagogin, die bei Deloitte Österreich im Audit tätig ist,  die PraktikantInnen als Coach.

Unsere PraktikantInnen sind in unterschiedlichen Abteilungen eingesetzt: Audit, Financial Services Industry, Internes Rechnungswesen, Human Capital. In ihren 3-6 monatigen Praktika können sie so in ihrem jeweiligen Fachbereich einen ersten Eindruck vom Arbeitsalltag bei Deloitte Österreich gewinnen.

Omar Sulaiman, Anas Zahed, Rankeen Baker, Randa Alhaddad und Mahfoud Hannoun – herzlich Willkommen bei uns!

Von links nach rechts: Omar Sulaiman, Anas Zahed, Vera Gubensäk, Randa Alhaddad
Von links nach rechts: Omar Sulaiman, Anas Zahed, Vera Gubensäk, Randa Alhaddad