Alle Beiträge von Daniela Maja Müller

Integration durch Arbeitsplätze – die Richtung stimmt

Laut Deloitte Umfrage beschäftigen ein Drittel der  befragten österreichischen Unternehmen anerkannte Flüchtlinge

Eine erfreuliche Entwicklung zeigt die aktuelle Deloitte Umfrage zum Thema Integration von Geflüchteten am Arbeitsmarkt: bereits rund ein Drittel der befragten Unternehmen beschäftigt anerkannte Flüchtlinge. Die größte Hürde stellen verbesserungswürdige Deutschkenntnisse dar, aber auch Vereinfachungen seitens des Gesetzgebers würden Anstellungen erleichtern.

Noch im Sommer 2016 waren zwei Drittel der heimischen Unternehmen zwar bereit Flüchtlinge einzustellen, doch hatte erst 1% diesen Vorsatz umgesetzt. Nur eineinhalb Jahre später zeigt sich, dass die Unternehmen ihren Worten Taten folgen ließen. 31 % der befragten österreichischen Unternehmen beschäftigt mittlerweile anerkannte Flüchtlinge, 91 % planen zudem weitere Geflüchtete einzustellen.

Grafik: Deloitte Umfrage Integration Geflüchteter am Arbeitsmarkt
Grafik: Deloitte Umfrage Integration Geflüchteter am Arbeitsmarkt

Gefunden: Praktikanten, Lehrlinge, Fachkräfte

74 % der Unternehmen, die Personen mit Fluchthintergrund beschäftigen, haben zumindest eine geflüchtete Person als Hilfskraft, Praktikant, Lehrling oder Trainee angestellt. Bei 46 % sind anerkannte Flüchtlinge als Fachkräfte tätig. Aktuell beschäftigt allerdings noch keines der Unternehmen eine geflüchtete Person in leitender Position.

Gesucht: hochwertige Deutschkurse, rechtliche Vereinfachungen

Auf die Frage, ob die derzeit beschäftigten geflüchteten Personen über ausreichend fachliche Qualifikationen besitzen, antworten 56 % positiv – sie sind mit den Fachkenntnissen zum Zeitpunkt der Einstellung zufrieden. Im Vergleich dazu berichten 44 % von mangelnden fachlichen Qualifikationen.

Die Hälfte der Befragten gibt zudem einen Verbesserungsbedarf bei den Deutschkenntnissen an. Die fehlenden Sprachkenntnisse werden auch als eine der größten Hürden bei der Anstellung von geflüchteten Personen genannt.

Zudem werden von den Unternehmen rechtliche Vereinfachungen für die Anstellung von geflüchteten Menschen gefordert. Gemäß Umfrage betrachtet die Mehrheit der Unternehmen es als ihre Aufgabe, einen Beitrag zur erfolgreichen Integration von Geflüchteten zu leisten. Sie erwarten sich dabei jedoch Hilfe seitens Staat und Gesetzgeber in Form von Abbau bürokratischer Hürden, unterstützender Beratung und Vereinfachung der rechtlichen Regelungen.

Gesucht? Gefunden! – Social Start-up Initiative found! wählt sechs Finalisten

Viele Social Start-ups haben sich beworben, sechs schafften es in die finale Runde. Voraussetzung dafür: der Schwerpunkt der Geschäftsidee liegt auf der Schaffung von Arbeitsplätzen und Chancen für anerkannte Flüchtlinge. Für die Finalisten des Projekts found! beginnt nun eine sechsmonatige Inkubationsphase. In dieser Zeit werden sie von Experten in ihrer Entwicklung begleitet und unterstützt. Am Ende dieser sechs Monate steht für zwei Teams die Aussicht auf weitere finanzielle Unterstützung und Pro Bono Beratung.

Und die Gewinner sind…

…MORE THAN ONE PERSPECTIVE (MTOP)
Ihr Ziel: Vorbereitung von gut ausgebildeten Geflüchteten auf den Arbeitsmarkt durch Workshops, Training, Coaching und Mentoring, sowie Vermittlung an passende Unternehmen.

…SHADES TOURS
Ihr Ziel: Geführte Touren sowie Vorträge mit geflüchteten Personen in Österreich, wodurch auch direkt Arbeitsplätze geschaffen werden.

…Topfreisen
Ihr Ziel: Eventcatering in Wien und Umgebung: die Speisen werden von Flüchtlingen gekocht und stammen aus deren Heimatländern. Zusätzliche Gastronomie-Ausbildung durch die neue Topfreisen Academy.

…Habibi & Hawara’s Bazaar
Ihr Ziel: Aufbau eines virtuellen Marktplatzes zusätzlich zum etablierten Restaurant, um eigenproduzierte Produkte und Waren von gemeinnützigen Organisationen und Institutionen mit Flüchtlingsbezug verkaufen zu können.

…Kattunfabrik
Ihr Ziel: Eingliederung von geflüchteten Schneidern in den Arbeitsmarkt bei gleichzeitiger Schaffung von langfristigen Arbeitsplätzen.

…Chance Giving, Chance Living 4 Refugees
Ihr Ziel: Geflüchteten soll durch eine Art “Vorlehre” sowie ein Mentoring-Programm in Kooperation mit Schulen, Unternehmen sowie dem öffentlichen Sektor der Eintritt in den Arbeitsmarkt erleichtert werden.

Wir wünschen allen Finalisten eine spannende Zeit freuen uns bereits jetzt auf die Ergebnisse!

Workshopsituation 1 found! Finalisten und Mentoren (Credits Cochic Photography) (vlnr): David Günther (Deloitte), Nina Poxleitner (MTOP), Lisa-Maria Sommer (MTOP), Amela Poglitsch (Deloitte), Klara Fasching (Deloitte)
Workshopsituation 2 found! Finalisten und Mentoren (Credits Cochic Photography) (vlnr): David Simon (Deloitte), Cornelia Mayer (Topfreisen Academy), Yasmina Gross (Topfreisen Academy), Christoph Nestler (Deloitte)
Gruppenfoto 2 found! Finalisten (Credits Cochic Photography) (vlnr): Katha Schinkinger (Habibi & Hawara’s Bazaar), Jasmin Bauer (Kattunfabrik), Lisa-Maria Sommer (MTOP), Franz Unterkreuter (Chance Giving, Chance Living 4 Refugees), Christian Radauer (Deloitte), Yasmina Gross (Topfreisen Academy), Perrine Schober (Shades Tours), Martina Maria Linzer (Chance Giving, Chance Living 4 Refugees), Cornelia Mayer (Topfreisen Academy), Ioana Constantin (Impact Hub Vienna), Christine Jama (Impact Hub Vienna)