Interview mit Lernpatin Shadya Ayoub

Marie: Wie bist du auf die Initiative Integration durch Bildung aufmerksam geworden?

Shadya: An meinem ersten Arbeitstag bin ich durch die Deloitte Willkommensveranstaltung auf den Future Fund aufmerksam geworden. Die Initiative hat mein Interesse geweckt und ich wollte mehr darüber erfahren. Als du mir dann Möglichkeiten aufgezeigt hast, wie man sich in den verschiedenen Projekten einbringen kann, habe ich mich für ein Engagement als Lernpatin zu interessieren begonnen.

Marie: Was motiviert dich zu diesem Engagement als Lernpatin in diesem Projekt?  

Shadya: In meiner Tätigkeit bei Deloitte berate ich Unternehmen bezüglich Fördermöglichkeiten für ihre Projekte in den Bereichen Forschung, Entwicklung und Innovation. Ich zeige gerne Perspektiven auf und finde es spannend Menschen bei der Umsetzung ihrer Ideen zu begleiten. Meine Motivation mich als Lernpatin zu engagieren ist es nicht nur Perspektiven für Unternehmen zu schaffen, sondern auch für sozial benachteiligte Menschen, besonders für Flüchtlinge. Bildung spielt beim Thema Integration eine wichtige Rolle. Fatime ist sehr wissbegierig und motiviert, da macht die Lernpatenschaft umso mehr Freude.

Marie: Was sind die Inhalte der Lernpatenschaft?

Shadya: In meiner Lernpatenschaft mit Fatime geht es hauptsächlich darum Deutschkenntnisse schriftlich sowie mündlich zu vermitteln. Dazu gehören unter anderem Grammatikübungen, Hausaufgaben, Referats- und Prüfungsvorbereitungen. Zuletzt haben wir zum Beispiel ein Referat zu Gandhi für eine Geschichteprüfung zusammen vorbereitet. Ziel ist der Pflichtschulabschluss.

Marie: Wie wirkt sich die Lernpatenschaft auf dich und Fatime aus?

Shadya: Die Lernbegleitung ist für mich eine abwechslungsreiche Tätigkeit zusätzlich zu meinem sonstigen Aufgabenbereich. Besonders spannend finde ich den kulturellen Austausch. Fatime kommt ursprünglich aus Afghanistan und hat auch im Iran gelebt. Obwohl sie noch nicht lange in Österreich lebt und auch erst mit 18 Jahren das erste Mal eine Schule durch das BACH Bildungszentrum besuchen konnte, spricht sie schon sehr gut Deutsch. In ihrer Freizeit betreibt sie gerne Taekwondo. Fatime hat sich schon jetzt sehr gut integriert. In einem nächsten Schritt möchte Sie die Schule abschließen und einen Arbeitsplatz finden.

Shadya und Fatime

Marie: Wie lässt sich die Lernpatenschaft mit deinem Job vereinbaren? 

Shadya: Vor meiner Zeit bei Deloitte habe ich als Lernpatin Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund zu Hause besucht, was mit einer Vollzeitbeschäftigung jedoch immer schwieriger wurde. Bei der Initiative Integration durch Bildung kann man die SchülerInnen bei Deloitte unterrichten, was ich als großen Vorteil empfinde. Des Weiteren besteht die Möglichkeit sich die Patenschaft mit KollegInnen zu teilen. Sollte man also einmal einen Termin haben oder auf Urlaub sein, kann die Lernhilfe trotzdem fortgeführt werden. In meinem Fall treffe ich Fatime alle zwei Wochen für 1,5 Stunden, was sich sehr gut vereinbaren lässt.

Für mich ist die Möglichkeit neben meinem Job einer sozialen Aktivität nachgehen zu können eine wertvolle Bereicherung. Ich kann die Lernpatenschaft sehr empfehlen und bin überzeugt, dass man damit nicht nur einen kleinen Beitrag zur Integration leisten kann sondern auch für sich persönlich sehr viel mitnehmen kann.

Marie: Wo siehst du Fatime in 10 Jahren?

Shadya: Hoffentlich glücklich mit einem Job, der ihr Spaß macht. Sie hat auch schon einige Ideen, was sie in Zukunft machen möchte. Sie überlegt Altenpflegehelferin zu werden, fragt sich aber derzeit noch, ob sie den österreichischen Dialekt gut genug verstehen wird 😉

Vielen Dank für das Interview!

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