Podiumsdiskussion beim Deloitte Future Fund Event

Unter dem Titel „Perspektiven schaffen. Wie Integration durch Arbeit gelingen kann“ wurde am 19. April beim Deloitte Future Fund Event am Podium diskutiert.

Von links nach rechts: Gundi Wentner (Deloitte), Bilal Abdulkarim (Deloitte), Markus Gratzer (ÖHV), Michael Chalupka (Diakonie), Manuela Vollmann (abz*austria) und Petra Draxl (AMS Wien)

Petra Draxl, Leiterin des AMS Wien, zeigte auf, dass es bei der Arbeitsmarktintegration von Flüchtlingen in ganz Österreich um 29.000 Personen geht, die einen Schutzstatus haben und dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen. Und von den aktuell 160.000 arbeitslos gemeldeten Personen in Wien, sind weniger als 10% Flüchtlinge. „Das bedeutet auch, dass 90% aller Mittel, die in die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit in Wien fließen, nicht Flüchtlingen zu Gute kommen“, betonte Draxl.

Michael Chalupka, Direktor der Diakonie, machte – auf die Frage, wie er die Situation von Flüchtlingen in Österreich und ihre Chancen sieht – plastisch den folgenden Widerspruch klar: „Im Innenministerium war und ist der Gedanke zentral, dass Österreich zu attraktiv für Flüchtlinge ist. Aus diesem Grund wird den Menschen, die in Österreich auf die Beendigung ihres Asylverfahrens warten, das Leben schwer gemacht. Sie dürfen nicht arbeiten, und bis vor kurzem war auch das Deutschlernen für viele kaum möglich. Wenn sie ihren Schutz erhalten haben, was in den meisten Fällen viele Monate, oft Jahre dauert, müssen sie jedoch schon Deutsch können, sollen am besten Maturaniveau vorweisen können, und dem Arbeitsmarkt sofort zur Verfügung stehen. Tun sie dies nicht, gelten sie als faul.“

Die Lösungsansätze, wie eine gelungene Integration von Flüchtlingen durch Arbeit gelingen kann, liegen nach Meinung aller PodiumsvertreterInnen in der individuellen Begleitung. Diese Sichtweise wurde auch von Bilal Abdulkarim betont, der selbst aus Syrien flüchten musste und sehr glücklich ist, Zugang zum Arbeitsmarkt gefunden zu haben.

Vielen Dank an unsere Podiumsgäste!

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