CARamel – mobile Autoreinigung GmbH in Gründung

Karin Melcher, Gründerin von CARamel im Interview. CARamel wird caramel logodurch den Deloitte Future Fund im Rahmen von found! unterstützt. Das Start-Up bietet in Kürze in Wien eine mobile, umweltschonende Autoreinigung durch Asylberechtigte an.

Marie: Karin, was ist das Ziel von CARamel?

Karin: Unser Ziel ist es Arbeitsplätze für geflüchtete Menschen zu schaffen, die besonders von Langzeitarbeitslosigkeit bedroht sind. Wir möchten KundInnen ansprechen die Qualität und persönliches Service zu schätzen wissen, denen aber auch soziale und ökologische Nachhaltigkeit am Herzen liegt.

Marie: Wer steht hinter CARamel?

Karin: Unser vierköpfiges Gründungsteam besteht aus meiner Kollegin Laura Mosquera, Jürgen Partaj, Abdulkader Ahmed und mir. Abdulkader stammt aus Syrien und hat dort und im Libanon viele Jahre als Mechaniker gearbeitet. Gemeinsam wurde eine innovative Geschäftsidee entwickelt, in die einerseits der Mechaniker seine Fachkompetenzen einbringen kann, andererseits ökologische, ökonomische und soziale Nachhaltigkeit den Ansprüchen aller Co-FounderInnen gerecht wird.

Marie: Was ist deine/eure Motivation?

Karin: Es gibt nichts Gutes außer du tust es 😉

Marie: Gibt es bereits Erfolgserlebnisse?

Karin: Schon unsere rechtzeitige Einreichung beim aws-Social Business Call ‪am 1. Dezember war ein wichtiger Meilenstein und großer Erfolg. So hatten wir Dank der sensationellen Unterstützung unserer drei Mentoren von Deloitte in Rekordzeit einen fertigen Businessplan und ein schlüssiges Unternehmenskonzept ausgearbeitet.

Im Jänner wurde CARamel vom aws gemeinsam mit 25 anderen Projekten (aus rund 150) ausgewählt und zur finalen Jurysitzung eingeladen. Mittlerweile haben wir die Förderzusage bekommen, sind dabei die Verträge anzupassen und werden diese in Bälde bereits als „CARamel mobile Autoreinigung GmbH“ unterzeichnen.

Diese Anschubfinanzierung ermöglicht es uns viel früher als gedacht die GmbH zu gründen. So können wir starten und uns dann in aller Ruhe überlegen wann und wie wir Investoren an Board holen.

Marie: Gab es Stolpersteine in der Umsetzung?

Karin: Es war nicht ganz einfach eine passende Rechtsform zu finden. Wir haben uns nun für die Variante Verein-GmbH entschieden, um durch den Verein die Social-Business-Kriterien abzusichern. Das ist sehr komplex und sorgt bei diversen Behörden und Ämtern während des Gründungsprozesses immer wieder für Verwirrung.

Marie: Was würdet ihr anderen Social Entrepreneuren raten, die noch ganz am Anfang stehen?

Karin: „ …answers only bring more questions!“

Es sind am Anfang viele Entscheidungen zu treffen, deren Auswirkungen oft erst später klarer und bedeutsamer werden. Deshalb haben wir uns angewöhnt verschiedene Perspektiven und Expertisen einzuholen, auch wenn es bedeutet, dass Überlegungen ad acta gelegt und erneut Reflexionsschleifen eingebaut werden müssen.

Accelerate Programme wie found! und Coworking-Spaces wie der Impact Hub Vienna bieten hilfreiche Strukturen, Expertisen und eröffnen Netzwerke in viele verschiedene Richtungen. Wichtig ist trotz alledem den eigenen Weg zu finden, um den persönlichen Ideen und Vorstellungen von „Social Business“ treu zu bleiben und diese im Unternehmen zu verwirklichen.

Marie: Vielen Dank für das interessante Interview!

Das Team von CARamel mit den Deloitte Mentoren
Das Team von CARamel mit den Deloitte Mentoren

Schreibe einen Kommentar