Weihnachten in Syrien

In Syrien sind etwa 10% der Bevölkerung Christen. Bevor der Krieg ausgebrochen ist, hat unsere Praktikantin Randa das Weihnachtsfest in Damaskus mit der Familie begangen. Um mehr zu erfahren, habe ich Randa um ein Interview gebeten:

Marie: Randa, wie hast du in Syrien Weihnachten gefeiert?

Randa: Bei uns in Syrien bekommen die Kinder die Geschenke in der Nacht auf den 25. Dezember vom Weihnachtsmann. Der 25. ist ein Feiertag, daher war es Tradition, dass wir zu Mittag ein großes Familienessen gemacht haben, mit frischen Kibbeh und anderen Köstlichkeiten.

Kibbeh (Bulgurtaschen mit Fleisch und Zwiebel)
Kibbeh (Bulgurtaschen mit Fleisch und Zwiebel)

Ein schöner großer Weihnachtsbaum hat auch immer dazu gehört, so wie dieser hier bei Deloitte.

Randa mit dem Deloitte Weihnachtsbaum
Randa mit dem Deloitte Weihnachtsbaum

Marie: Wie feierst du hier in Wien Weihnachten?

Randa: Seit ich in Österreich bin, ist Weihnachten natürlich anders. Der Großteil meiner Familie ist noch in Syrien. Ich habe sechs Geschwister – fünf Schwestern und einen Bruder. Vier meiner Schwestern sind noch in Syrien mit ihren jeweiligen Familien, mein Bruder lebt in Brasilien. Ich denke natürlich viel an sie, die Situation in Syrien ist schlimm. Ich bin aber froh wenigstens über Skype und Whats App mit ihnen in Kontakt zu sein. Ich bin auch glücklich, nicht ganz alleine in Wien zu sein – ich bin zusammen mit meiner Schwester gekommen. Meine Schwester macht derzeit einen Deutschkurs und arbeitet als Freiwillige mit dem Roten Kreuz, sie hat in Syrien schon Erfahrungen in diesem Bereich gesammelt.

Wir wohnen nun in einer gemeinsamen Wohnung im 16. Bezirk. Da ist es sehr schön, ich kann einfach mit der U-Bahn zur Arbeit fahren. Zu Weihnachten werde ich zusammen mit meiner Schwester eine Freundin in Deutschland besuchen, die erst vor zwei Monaten geheiratet hat. Darauf freue ich mich sehr.

Marie: Seit wann lebst du in Österreich?

Randa: Ich bin im September 2015 nach Niederösterreich gekommen, Asyl habe ich im November bekommen und im Dezember bin ich dann nach Wien gezogen. Ich möchte jetzt auch in Wien bleiben, es gefällt mir hier sehr. Man kann ausgehen, es gibt viele Möglichkeiten die Freizeit zu gestalten. Auch die Verkehrsmittel sind super in Wien, ich kenne mich schon ganz gut aus.

Marie: In welchem Bereich hast du in Syrien gearbeitet und kannst du diese Kenntnisse hier bei Deloitte nutzen?

Randa: Nach meinem Wirtschaftsstudium habe ich für 8 Jahre in einer Bank gearbeitet. Das war eine schöne Arbeit in einem netten Team. Hier bei Deloitte arbeite ich im Regulatory Team. Das Team ist toll. Die Kollegen sind sehr freundlich und hilfsbereit. Wir gehen zusammen Mittagessen und tauschen uns aus.

Auch die Arbeit an sich gefällt mir gut. Die Buchhaltung für Banken funktioniert sehr ähnlich. Natürlich gibt es auch Unterschiede, aber ich freue mich viel zu lernen.

Marie: Hast du Neujahrsvorsätze?

Randa: Mein Wunsch ist es besser Deutsch zu lernen, einen fixen Arbeitsplatz zu bekommen und dann natürlich meine gesamte Familie zu sehen.

Marie: Vielen Dank für das interessante Interview Randa!

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