Deloitte im Bildungszentrum Bach

Am Freitag, den 15. September war Deloitte im Bildungszentrum Bach zu Besuch. Ziel des Nachmittags war es, Raum für Austausch zu schaffen und einander kennenzulernen.

Nach einer Hausführung durften wir in einen Bildungsbasiskurs hineinschnuppern. Bildungsbasiskurse dienen der Vorbereitung auf den Pflichtschulabschlusskurs. 2017 werden etwa 120 TeilnehmerInnen im Bach Bildungszentrum die Bildungsbasiskurse durchlaufen. Einige dieser Personen werden von dzt. neun engagierten Deloitte MitarbeiterInnen in Lernpatenschaften unterstützt.

Nach einigen Kennenlernspielen haben wir uns bei selbstgemachten Speisen weiter ausgetauscht.

Vielen Dank allen MitarbeiterInnen und SchülerInnen des Bach Bildungszentrums für die Gastfreundschaft!

Deloitte Mitarbeiterinnen und Schülerinnen des Bildungszentrums Bach

Interview mit Christian Havranek, HR Leader und Human Capital Partner bei Deloitte Österreich

Christian Havranek

Marie: Das Projekt „Second Chance“ des Deloitte Future Funds soll Praktika für geflüchtete Menschen bei Deloitte Österreich ermöglichen. Da du HR Leader von Deloitte Österreich bist und außerdem im Human Capital Consulting bereits Praktikanten mit Fluchtgeschichte aufgenommen hast, freue ich mich über diese Gelegenheit dich zum Projekt zu interviewen. Meine erste Frage an dich: warum ist dir das „Second Chance“ Projekt wichtig?

Christian: Einerseits sind für mich geflüchtete Menschen eine besondere Gruppe am Arbeitsmarkt. Diese Gruppe an Menschen ist unvergleichbar zu allen anderen. Hier geht es natürlich darum zu schauen, ob da nicht für uns als Arbeitgeber die Chance besteht, diese Personen als Talente für uns zu gewinnen. Viele standen bereits im Heimatland im Berufsleben und bringen interessante Qualifikationen mit. Andererseits – wenn wir uns vorstellen, dass alle Unternehmen einen kleinen Beitrag leisten – dann wird das Problem der Arbeitsmarktintegration in Summe kleiner.

Marie: Im Human Capital Consulting haben bereits mehrere Personen mit Fluchtgeschichte Praktika absolviert. Was sind deine persönlichen Erfahrungen und Eindrücke?

Christian: Was ich erlebe ist eine sehr hohe Arbeitsorientierung und eine starke Konzentration auf den eigenen Aufgabenbereich. Das heißt, es sind nicht unbedingt Personen die im Mittelpunkt des Geschehens stehen – es besteht ein sehr guter sachorientierter Umgang miteinander. Ich habe also bisher sehr positive, sehr angenehme Erfahrungen machen dürfen.

Marie: Was hatte die Aufnahme von diesen Praktikanten für einen Effekt auf das jeweilige Team? Gab es sprachliche Hürden?

Christian: Generell erleben wir einen steigenden Englischanteil in Projekten. Jede Weiterbildung ist bei uns in Englisch. Man erlebt teilweise auch in Kundenprojekten – wenn hier jemand aus dem Ausland kommt und vielleicht weniger gut Englisch kann – auch dann wird man einen Weg finden. Ähnlich ist es mit der Verständigung mit den geflüchteten Menschen auf Deutsch. Unser mittlerweile unbefristet angestellter (ehemaliger Second Chance Praktikant) hat aber z.B. einen Aufgabenbereich wo er sehr viel mit Zahlen hantiert – da ist er auch sehr gut und sehr genau und da gibt es fast keine Probleme mit der Kommunikation. Derzeit ist in Überlegung, ihn von 20 Stunden auf 40 Stunden aufzustocken. Das wäre natürlich für seine Einkommenssituation gut, da er derzeit nicht viel mehr als die Mindestsicherung verdient. Man merkt, die Menschen wollen in vielen Fällen einfach arbeiten, auch wenn sie dann nicht viel mehr haben als die Mindestsicherung.

Marie: Wie lief die Einarbeitungszeit ab?

Christian: Die Einarbeitung lief im Grunde wie immer – über einen Coaching, one-to-one Ansatz. Grundsätzlich kann ich sagen, dass diejenigen Personen, die für die Einarbeitung der Praktikanten zuständig waren, sehr engagiert bei der Sache waren als sie gesehen haben wie motiviert und arbeitswillig die Praktikanten waren. Im Grunde war die Einarbeitung im Team total problemlos. Es ist ein wechselseitiger, sehr höflicher und sachbezogener Umgang. Es ist alles sehr unaufgeregt.

Marie: Konntest du oder das Team etwas von den Praktikanten lernen?

Christian: Was ich jedenfalls lerne ist, dass die geflüchteten Menschen bei uns sehr konzentriert arbeiten. Ich habe den Eindruck gewonnen, dass es da durchaus andere Pausenkulturen gibt. Generell arbeiten sie sehr intensiv. Grundsätzlich sind es sicher sehr wagemutige Menschen, die den individuellen Weg nach Europa auf sich nehmen.

Marie: Gibt es in der Zusammenarbeit spezielle Herausforderungen?

Christian: Das wirklich Einzige was mir einfällt ist, man muss sich bemühen so zu sprechen, dass man gut verstanden wird. Es ist wirklich schwer Deutsch zu lernen und da muss man auch eine gewisse Sensibilität haben, nicht gleich mit Fachausdrücken um sich zu werfen.

Marie: Was empfiehlst du geflüchteten Personen, die am österreichischen Arbeitsmarkt Fuß fassen möchten?

Christian: Ich sehe das am Beispiel der geflüchteten Person die ich privat betreue. Für extrovertierte Personen, die in irgendeiner Form Kontakt zu Österreicherinnen und Österreichern haben, ist es leichter. Ein großes Problem haben jene, die keine Kontakte haben und in ihrer eigenen Community bleiben. Denn diese Personen leben sehr isoliert, da werden natürlich auch die Sprachkenntnisse nicht wirklich schnell besser. Anschluss suchen finde ich also einen ganz wichtigen Punkt.

Marie: Was möchtest du österreichischen Arbeitgebern, die in ihrem Unternehmen Arbeitsplätze für geflüchtete Personen schaffen wollen, mit auf den Weg geben?

Christian: Man braucht im Unternehmen einen Menschen der primär den CSR Aspekt bzw. das humanitäre Anliegen im Fokus hat und man muss gleichzeitig akzeptieren, dass das Business das Business ist und damit natürlich im Vordergrund steht. Wichtig ist es in meinen Augen geduldig zu schauen – wo gibt es Überschneidungen, wo macht es Sinn.

Marie: Vielen Dank für das Interview!

Interview mit found! Mentorin Milica Sundic

Stefan Steinberger und Milica Sundic

Marie: Liebe Milica, was sind die Inhalte deiner Tätigkeit bei Deloitte Österreich?

Milica: Als Innovationsmanagerin bin ich für den Innovationsprozess im Unternehmen verantwortlich. Ich habe einen sehr abwechslungsreichen Job – eine meiner Hauptaufgaben dabei ist, innovative Ideen und New Business Projekte zu fördern und zu unterstützen.

Marie: Wo siehst du den Konnex zwischen deiner Arbeit und unserer Social Start-up Initiative found!?

Milica: In Rahmen unseres Innovationsprogramms kooperieren wir mit Start-Ups und vernetzen uns in der Community. Darüber hinaus bin ich seit mehreren Jahren Start-Up Mentorin und unterstütze junge Entrepreneure bei der Ideenentwicklung, beim Business Modelling oder durch Vernetzung mit Industriekontakten.

Wir haben mehrere Initiativen für Start-Ups bei Deloitte. Im Rahmen von found! habe ich als Mentorin mitgearbeitet, vor allem um das Start-up beim Business Model und bei konkreten Umsetzungsplänen zu unterstützen. Ich freue mich schon jetzt auf unseren nächsten Durchlauf und die neuen Start-ups!

Marie: Wie konntest du refugees{Code} als Mentorin bei der Umsetzung ihrer Business Idee unterstützen?

Milica: Ich habe Stefan, Daniela und Alexander vor allem viele Fragen zum Business Model gestellt und sie so herausgefordert, über die Risiken und Potenziale im Projekt genau nachzudenken. Es ist sehr wichtig, eine Vision zu haben. Noch wichtiger ist aber auch einen Plan zu machen, wie man das Ziel erreichen kann und was man dazu braucht – welche Partner, Unterstützer oder Ressourcen. Es war vermutlich nicht einfach für das Team, aber Mentoring bedeutet nicht nur Cheerleader zu sein, sondern das Team einen großen Schritt weiter zu bringen.

Marie: Was waren deine Highlights während der sechs-monatigen intensiven Zusammenarbeit?

Milica: Ein Highlight war das erste Kennenlernen gleich zu Beginn des Programms. Hier trifft man zum ersten Mal persönlich auf die Start-Ups und tauscht sich aus, wie das Mentoring in den nächsten Monaten gestaltet werden soll. Ich erinnere mich, ich wusste sofort, dass ich aufgrund meiner Ausbildung auf der TU Wien sowohl mit Kow-how, als auch mit Leidenschaft für Informatik das Mentoring für refugees{code} übernehmen möchte.

Marie: Wo steht refugees{Code} aktuell?

Milica: Der Brutkasten hat kürzlich darüber berichtet und auch wir sind natürlich sehr stolz darauf, dass gleich im ersten Durchgang der Coding Ausbildung eine Stelle an einen Flüchtling vermittelt werden konnte. Stefan Steinberger ist stets bemüht und mit Herz dabei, das Projekt refugees{code} weiterzutragen. Wir werden bestimmt noch weitere Success Stories dazu berichten können.

Marie: Vielen Dank für das spannende Interview!

Sommerfest im Bildungszentrum Bach

Am 7. Juli 2017 hat das Bildungszentrum Bach des Diakonie Flüchtlingsdienstes sein alljährliches Sommerfest veranstaltet! Im Haus der Jugend in Mödling, wo das Bildungszentrum angesiedelt ist, werden mittlerweile bereits im 10. Jahr Pflichtschulabschlusskurse für geflüchtete Menschen angeboten. Seit Mai 2016 wird das Haus vom Deloitte Future Fund unterstützt.

Das Sommerfest war ein gelungener Nachmittag mit regem Austausch und tollem Wetter. Ein Barbecue, Tischfußball, eine Theateraufführung und Live Musik rundeten das Programm ab.

Wir bedanken uns für die Einladung und wünschen allen SchülerInnen des Bildungszentrums weiterhin alles Gute und einen schönen Sommer!

found! Wo stehen die unterstützen Projekte aktuell?

Mit found! unterstützt der Deloitte Future Fund gemeinsam mit dem Impact Hub Social Start-up Projekte, die Arbeitsplätze für Geflüchtete schaffen.

Während einer sechs-monatigen Incubation-Phase (Oktober 2016 – April 2017) haben die Projekte Zugang zu Experten, Workshops, Mentoring sowie dem Co-Working Space im Impact Hub Vienna erhalten.

Hier stellen sich die Projekte kurz vor:

Die drei Gewinnerprojekte Café Namsa, CARamel und InterprAID haben finanziellen Support erhalten und können außerdem weitergehende pro-bono Beratungsleistungen von Deloitte Österreich in Anspruch nehmen.

Wo stehen die Projekte aktuell?

Beim Café Namsa steht im September die Eröffnung des Cafés an, ab Herbst werden so vier Arbeitsplätze in Innsbruck geschaffen. Die eingestellten geflüchteten Menschen werden im Café Namsa als Baristas ausgebildet und haben so später die Möglichkeit, eine qualifizierte Stelle in Hotel- oder Gastronomiebetrieben zu finden.

CARamel startet derzeit in Wien durch: Neben mobilen Autoreinigungen werden mittlerweile auch Fahrradreinigungen und Motorradreinigungen angeboten. Derzeit gibt es einen angestellten Service-Mitarbeiter und eine Person im Arbeitstraining, die voraussichtlich ab Herbst in ein reguläres Dienstverhältnis übernommen wird.

Auch bei InterprAID geht es in Kürze von der Pilotphase in die Acceleration. Über 100 DolmetscherInnen sind inzwischen bereits auf der Plattform vertreten.

Wir werden den Fortschritt der Projekte natürlich weiterhin verfolgen und auch in Zukunft Projekt-Updates am Blog posten!

Interview mit Lernpatin Shadya Ayoub

Marie: Wie bist du auf die Initiative Integration durch Bildung aufmerksam geworden?

Shadya: An meinem ersten Arbeitstag bin ich durch die Deloitte Willkommensveranstaltung auf den Future Fund aufmerksam geworden. Die Initiative hat mein Interesse geweckt und ich wollte mehr darüber erfahren. Als du mir dann Möglichkeiten aufgezeigt hast, wie man sich in den verschiedenen Projekten einbringen kann, habe ich mich für ein Engagement als Lernpatin zu interessieren begonnen.

Marie: Was motiviert dich zu diesem Engagement als Lernpatin in diesem Projekt?  

Shadya: In meiner Tätigkeit bei Deloitte berate ich Unternehmen bezüglich Fördermöglichkeiten für ihre Projekte in den Bereichen Forschung, Entwicklung und Innovation. Ich zeige gerne Perspektiven auf und finde es spannend Menschen bei der Umsetzung ihrer Ideen zu begleiten. Meine Motivation mich als Lernpatin zu engagieren ist es nicht nur Perspektiven für Unternehmen zu schaffen, sondern auch für sozial benachteiligte Menschen, besonders für Flüchtlinge. Bildung spielt beim Thema Integration eine wichtige Rolle. Fatime ist sehr wissbegierig und motiviert, da macht die Lernpatenschaft umso mehr Freude.

Marie: Was sind die Inhalte der Lernpatenschaft?

Shadya: In meiner Lernpatenschaft mit Fatime geht es hauptsächlich darum Deutschkenntnisse schriftlich sowie mündlich zu vermitteln. Dazu gehören unter anderem Grammatikübungen, Hausaufgaben, Referats- und Prüfungsvorbereitungen. Zuletzt haben wir zum Beispiel ein Referat zu Gandhi für eine Geschichteprüfung zusammen vorbereitet. Ziel ist der Pflichtschulabschluss.

Marie: Wie wirkt sich die Lernpatenschaft auf dich und Fatime aus?

Shadya: Die Lernbegleitung ist für mich eine abwechslungsreiche Tätigkeit zusätzlich zu meinem sonstigen Aufgabenbereich. Besonders spannend finde ich den kulturellen Austausch. Fatime kommt ursprünglich aus Afghanistan und hat auch im Iran gelebt. Obwohl sie noch nicht lange in Österreich lebt und auch erst mit 18 Jahren das erste Mal eine Schule durch das BACH Bildungszentrum besuchen konnte, spricht sie schon sehr gut Deutsch. In ihrer Freizeit betreibt sie gerne Taekwondo. Fatime hat sich schon jetzt sehr gut integriert. In einem nächsten Schritt möchte Sie die Schule abschließen und einen Arbeitsplatz finden.

Shadya und Fatime

Marie: Wie lässt sich die Lernpatenschaft mit deinem Job vereinbaren? 

Shadya: Vor meiner Zeit bei Deloitte habe ich als Lernpatin Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund zu Hause besucht, was mit einer Vollzeitbeschäftigung jedoch immer schwieriger wurde. Bei der Initiative Integration durch Bildung kann man die SchülerInnen bei Deloitte unterrichten, was ich als großen Vorteil empfinde. Des Weiteren besteht die Möglichkeit sich die Patenschaft mit KollegInnen zu teilen. Sollte man also einmal einen Termin haben oder auf Urlaub sein, kann die Lernhilfe trotzdem fortgeführt werden. In meinem Fall treffe ich Fatime alle zwei Wochen für 1,5 Stunden, was sich sehr gut vereinbaren lässt.

Für mich ist die Möglichkeit neben meinem Job einer sozialen Aktivität nachgehen zu können eine wertvolle Bereicherung. Ich kann die Lernpatenschaft sehr empfehlen und bin überzeugt, dass man damit nicht nur einen kleinen Beitrag zur Integration leisten kann sondern auch für sich persönlich sehr viel mitnehmen kann.

Marie: Wo siehst du Fatime in 10 Jahren?

Shadya: Hoffentlich glücklich mit einem Job, der ihr Spaß macht. Sie hat auch schon einige Ideen, was sie in Zukunft machen möchte. Sie überlegt Altenpflegehelferin zu werden, fragt sich aber derzeit noch, ob sie den österreichischen Dialekt gut genug verstehen wird 😉

Vielen Dank für das Interview!

Deloitte/RBI Finance & Accounting School

Die TeilnehmerInnen der Deloitte/RBI Finance & Accounting School haben das zweite Modul (Deutschkurs B2-C1) am WIFI erfolgreich abgeschlossen!

Die TeilnehmerInnen, sowie Lehrer bzw. Organisatorinnen

Nächste Woche startet bereits Modul 3 (ein Wirtschaftsdeutschkurs) als Vorbereitung für die anschließenden Buchhaltungspraxiskurse.

Das gesamte Programm wird im November mit einem Zertifikat abschließen und so den Grundstein für eine erfolgreiche Karriere am österreichischen Arbeitsmarkt bilden.

Wir wünschen allen TeilnehmerInnen weiterhin viel Erfolg und bedanken uns für ihr Engagement und ihren Eifer!

Podiumsdiskussion beim Deloitte Future Fund Event

Unter dem Titel „Perspektiven schaffen. Wie Integration durch Arbeit gelingen kann“ wurde am 19. April beim Deloitte Future Fund Event am Podium diskutiert.

Von links nach rechts: Gundi Wentner (Deloitte), Bilal Abdulkarim (Deloitte), Markus Gratzer (ÖHV), Michael Chalupka (Diakonie), Manuela Vollmann (abz*austria) und Petra Draxl (AMS Wien)

Petra Draxl, Leiterin des AMS Wien, zeigte auf, dass es bei der Arbeitsmarktintegration von Flüchtlingen in ganz Österreich um 29.000 Personen geht, die einen Schutzstatus haben und dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen. Und von den aktuell 160.000 arbeitslos gemeldeten Personen in Wien, sind weniger als 10% Flüchtlinge. „Das bedeutet auch, dass 90% aller Mittel, die in die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit in Wien fließen, nicht Flüchtlingen zu Gute kommen“, betonte Draxl.

Michael Chalupka, Direktor der Diakonie, machte – auf die Frage, wie er die Situation von Flüchtlingen in Österreich und ihre Chancen sieht – plastisch den folgenden Widerspruch klar: „Im Innenministerium war und ist der Gedanke zentral, dass Österreich zu attraktiv für Flüchtlinge ist. Aus diesem Grund wird den Menschen, die in Österreich auf die Beendigung ihres Asylverfahrens warten, das Leben schwer gemacht. Sie dürfen nicht arbeiten, und bis vor kurzem war auch das Deutschlernen für viele kaum möglich. Wenn sie ihren Schutz erhalten haben, was in den meisten Fällen viele Monate, oft Jahre dauert, müssen sie jedoch schon Deutsch können, sollen am besten Maturaniveau vorweisen können, und dem Arbeitsmarkt sofort zur Verfügung stehen. Tun sie dies nicht, gelten sie als faul.“

Die Lösungsansätze, wie eine gelungene Integration von Flüchtlingen durch Arbeit gelingen kann, liegen nach Meinung aller PodiumsvertreterInnen in der individuellen Begleitung. Diese Sichtweise wurde auch von Bilal Abdulkarim betont, der selbst aus Syrien flüchten musste und sehr glücklich ist, Zugang zum Arbeitsmarkt gefunden zu haben.

Vielen Dank an unsere Podiumsgäste!

found! Gewinner

Mit found! hat der Deloitte Future Fund gemeinsam mit dem Impact Hub Vienna nun ein halbes Jahr lang sechs verschiedene Start-ups intensiv bei der Umsetzung ihrer Business Ideen unterstützt. Ziel aller Projekte ist die erfolgreiche Integration geflüchteter Menschen in den österreichischen Arbeitsmarkt.

Ausgewählt wurden die drei Gewinner von einer Expertenjury, bestehend aus: Barbara Edelmann (Deloitte), Alexis Eremia (Impact Hub), Oliver Holle (Speedinvest), Lara Hagen (Der Standard), Christoph Pinter (UNHCR), Lukas Püspök (Püspök Group) und Gundi Wentner (Deloitte).

Die Expertenjury und die found! Programmmanagerinnen

Die Siegerehrung der Start-up Initiative fand nun im Rahmen der Veranstaltung Deloitte Future Fund im Dialog am 19. April 2017 bei Deloitte statt.

Das Wiener Start-up CARamel hat die Jurymitglieder am meisten überzeugt und den ersten Platz erzielt. Das Gründerteam um Karin Melcher freut sich über eine finanzielle Unterstützung von EUR 10.000 und 50 pro bono Beratungsstunden.

CARamel beeindruckte die Jury insbesondere mit seinem Konzept, Menschen mit geringen Deutschkenntnissen und ohne beruflicher Qualifikation den Einstieg in die Arbeitswelt zu ermöglichen. Das Unternehmen bietet eine mobile Außen- und Innenreinigung von Fahrzeugen an. Die Reinigung erfolgt durch Menschen mit Fluchthintergrund gemeinsam mit Studenten. Dabei leistet das Start-up in sozialer und ökologischer Hinsicht einen wichtigen Beitrag. Die Reinigung wird e-mobil mit Lastenfahrrad oder e-TukTuk durchgeführt. Die Fahrzeuge werden außerdem praktisch ohne Wasser gereinigt.

Den zweiten Platz teilen sich Café Namsa und interprAID, die jeweils EUR 5.000 und 25 pro bono Stunden für die Weiterentwicklung ihres Unternehmens erhalten.

Café Namsa ist ein Social Business Café der Schwestern Michaela und Julia Wohlfahrt. Deren Ziel ist es, Asylberechtigten den Einstieg in den österreichischen Arbeitsmarkt zu erleichtern. Besonders begeistert war die Jury von den Ausbildungsmöglichkeiten, die das Café Flüchtlingen ohne relevante Arbeitserfahrung bietet.

Ebenso zweitplatziert ist interprAID, der erste Online-Marktplatz für Dolmetschen in sozialen Einrichtungen. Die Plattform ermöglicht sprachliche und kulturelle Barrieren einfach, schnell, kostengünstig und ortsunabhängig zu überwinden. Die Jury überzeugte die Professionalität des Gründerteams, das mit einem innovativen Ansatz und viel Webtechnologie die Idee umsetzt. Auch die Skalierbarkeit des Businessmodells beeindruckte.

Die found! Gewinner mit Christine Spernbauer (Impact Hub) und Bernhard Grohs (Deloitte)

Wir gratulieren den Siegern, aber auch den anderen drei Start-ups – Develooper, Nut & Feder sowie Refugees Code, die über die letzten Monate ebenfalls sehr viel Einsatz gezeigt haben und große Fortschritte machen konnten.