Deloitte auf der Fortune Change the World List 2018

Deloitte auf der Fortune Change the World List 2018

Deloitte hat es erstmals auf die Change the World List geschafft, einer renommierten Liste für Unternehmen, die gesellschaftliches Engagement zum Bestandteil ihrer Unternehmensstrategien machen.

Wir freuen uns, dass unser gesellschaftlicher Einsatz geschätzt und die Mühe, unsere MitarbeiterInnen durch weltweite Universitätsangebote aus- und weiterzubilden, anerkannt wird.

Deloitte on the Change the World List 2018
Deloitte on the Change the World List 2018

Auch in Österreich setzen wir uns für unsere Mitmenschen und die gesellschaftliche Entwicklung ein. Durch den Deloitte Future Fund werden in Kooperation mit der Diakonie und dem Impact Hub Vienna Bildungsangebote und Arbeitsplätze für anerkannte Flüchtlinge geschaffen, um erste Schritte für eine erfolgreiche Integration zu setzen. Somit ist der Deloitte Future Fund ein kleiner Baustein am Weg zum großen Ziel, die Welt durch gesellschaftliche Veränderung besser zu machen.

Die found! 2018 Jury-Mitglieder

Die found! 2018 Jury-Mitglieder

Die 6 found! Finalisten werden am Montag, 18. Juni vor einer hochkarätigen Jury pitchen. Nach diesen Präsentationen wird die hochkarätige Expertenjury das Gewinner Start-up küren. Die sieben Jury-Mitglieder sind:

Lukas Püspök, Geschäftsführer Püspök Group
Christoph Pinter, Leiter UNHCR Österreich
Gabrielle Costigan, Geschäftsführerin weXelerate
Claudia Fritscher, Counsel Deloitte Österreich
Christian Radauer, Director Deloitte Österreich
Karin Bauer, Ressortleiterin Karriere Der Standard
Alexis Eremia, Co-founder & Managing Director Impact Hub Vienna

Wir freuen uns auf einen spannenden Nachmittag im Impact Hub Vienna!

Das sind unsere found! Finalisten 2018

Das sind unsere found! Finalisten 2018 – Mitten in den Vorbereitungen für das Pitching am 18. Juni!

Diese 6 Finalisten haben die große Chance am Montag 18. Juni im Impact Hub Vienna vor einer hochkarätigen Jury zu pitchen und die insgesamt 25.000€ Preisgeld zu gewinnen:

Chance Giving, Chance Living 4 Refugees

Bei Chance Giving, Chance Living 4 Refugees machen junge
Geflüchtete eine “Vorlehre” und ein Mentoring-Programm in
Kooperation mit Schulen, Unternehmen sowie dem öffentlichen Sektor, um den Arbeitsmarkteintritt möglichst zu erleichtern. Zusätzlich wird das Online-Tool “Danube Compass” zur Orientierung und zur wirtschaftlichen Integration verwendet.

Habibi & Hawara

Habibi & Hawara ist das erste Restaurant von Geflüchteten für
ÖsterreicherInnen mitten in Wien. Orientalische
Gastfreundschaft gewürzt mit Wiener Schmäh, regionale
Produkte verfeinert mit Zutaten aus allen Gegenden des Nahen Ostens, herzhafte Schmankerl vom Hawara und raffinierte Gustostückerln vom Habibi.

Kattunfabrik – Das Cuture Lab

Die Kattunfabrik – Das Cuture Lab gliedert SchneiderInnen in den
Arbeitsmarkt ein. Das CutureLab entwickelt die regionalen Arbeitsplätze der Zukunft durch die Einbindung von Geflüchteten in den Produktionsprozess der regionalen & nachhaltig erzeugten
Kleidungsstücke.

More Than One Perspective

MORE THAN ONE PERSPECTIVE (MTOP) ist ein
junges Social Business, das gut ausgebildete
Geflüchtete in den Arbeitsmarkt integriert. Im MTOP
Associate Programm werden Geflüchtete 6 Monate lang mit unterschiedlichen Workshop-Reihen, Trainings, Coachings und einem Mentoring Programm auf den Arbeitsmarkt gezielt
vorbereitet sowie an passende Unternehmen vermittelt.

Shades Tours

SHADES TOURS organisiert in Wien sozial-politische Vorträge,
Touren und Aktivitäten zum polarisierenden Thema „Obdachlosigkeit“. Nun weitet Shades Tours das Angebot aus und bietet Vorträge und Touren mit Geflüchteten in Österreich an. Dabei werden einerseits direkt Arbeitsplätze für Geflüchtete geschaffen und andererseits das gesellschaftliche Verständnis unter
verschiedenen Kulturkreisen gefördert.

Topfreisen Academy

Bei Topfreisen kochen Flüchtlinge Speisen aus ihren
Heimatländern, welche als Catering von Events in Wien und
Umgebung angeboten werden. Die Topfreisen Academy bildet das
Bildungspendant dazu und bildet Flüchtlinge im Gastronomie-
Bereich aus, um sie anschließend an Gastro-Partnerunternehmen
zu vermitteln und so die Arbeitsmarktintegration zu fördern.

 

Folgt uns und unseren Finalisten auf Facebook, um immer auf dem Laufenden zu bleiben!

Deloitte

Chance Giving, Chance Living 4 Refugees
Habibi & Hawara
MORE THAN ONE PERSPECTIVE
SHADES TOURS
Topfreisen

Was ist aus den found! Teilnehmern von 2017 geworden?

Was ist aus den found! Teilnehmern von 2017 geworden?

Das found! Abschlussevent 2018 steht vor der Tür.  Aber wie geht es eigentlich unseren Teilnehmern vom letzten Jahr? Wir haben uns einmal bei Cafe Namsa  und InterprAID erkundigt und freuen uns, die positive Entwicklung mit euch zu teilen.

Cafe Namsa hat nach einer langen Immobiliensuche im Dezember 2017 in Innsbruck eröffnet. Das Café bietet unter anderem Raum für Feiern, Konzerte, Lesungen, Theaterproben und Deutschkurse. Im Service arbeiten aktuell drei MitarbeiterInnen mit positivem Asylstatus. Für Frühstück, Mittagessen und hausgemachte Kuchen sorgen abwechselnd drei internationale KöchInnen. Im Herbst sind die ersten auf neun Monate befristeten Dienstverhältnisse zu Ende und die nächsten MitarbeiterInnen mit Fluchthintergrund erhalten die Möglichkeit Café Namsa als Sprungbrett in den Tiroler Arbeitsmarkt zu nutzen.

Cafe Namsa in Innsbruck

Auch interprAID hat sich seit dem Abschluss von found! prächtig entwickelt. Sie haben eine Förderung durch den AWS SBC erhalten, das Team vergrößert, eine Social Media Präsenz aufgebaut, den Dolmetschpool erweitert und eine Mobile App entwickelt. Obwohl sich gezeigt hat, dass der Product/Market Fit mit dem Zielpublikum nicht optimal ist, arbeiten sie fleißig weiter an ihrem Ziel.  Die Gründer streben nun erst mal eine Neuausrichtung des Geschäftsmodells an, um ihre Dienste besser anbieten zu können.

InterprAID

Wir sind stolz auf unsere found! Teilnehmer und können nur sagen: weiterhin viel Erfolg für die Zukunft und vielen Dank für eure harte Arbeit!

Folgt Cafe Namsa und InterprAID auf Facebook um immer auf dem Laufenden gehalten zu werden!

 

Ankündigung: found! Abschlussevent 2018

Ankündigung:
found! Abschlussevent 2018

Seit Anfang 2016 unterstützt der Deloitte Future Fund unter dem Leitspruch „Perspektiven schaffen“ die berufliche und soziale Integration von Flüchtlingen. Mit den Schwerpunkten Bildung und Arbeit haben wir Projekte wie found! ins Leben gerufen, bei dem in Kooperation mit dem Impact Hub Vienna durch Social Start-ups Arbeitsplätze für Flüchtlinge geschaffen werden. Bei diesem Projekt haben sich auch viele Deloitte MitarbeiterInnen als Mentoren engagiert und mit ihrem Fachwissen die Start-ups tatkräftig unterstützt.

Am 18. Juni pitchen die sechs ausgewählten Finalisten vor einer hochkarätigen Jury. Am Abend findet die Preisverleihung im Impact Hub statt – angereichert durch Impuls-Statements, orientalischem Catering von Topfreisen und Habibi & Hawara, musikalischer Untermalung von Open Piano for Refugees. Gemeinsam werden wir den Abschluss der zweiten Runde found! gebührend feiern!

Final found! Workshop – Letzter Schliff vor dem Jury Hearing

Final found! Workshop – Letzter Schliff vor dem Jury Hearing

Nach einer intensiven 5-monatigen Acceleration Phase für unsere 6 Social Start-ups im found! Programm, fand am 22. Mai der finale Workshop im Impact Hub Vienna statt. Dort wurden unsere Start-ups noch ein letztes Mal auf die Pitches am 18. Juni vorbereitet und durften vor versammelter Mannschaft ihren improvisierten Pitch vortragen. Alle waren mit Begeisterung dabei und es klang sehr vielversprechend! Aber ein Blick von außen öffnet einem ja bekanntlich die Augen. Deshalb halfen wir einander mit gegenseitigem Feedback und arbeiteten an der Perfektionierung der Pitches. Nun liegt es bei den Start-ups, das Feedback umzusetzen und die Jury beim Pitching vom Hocker zu hauen – wir sind gespannt und wünschen allen für den 18. Juni viel Glück!

Die found! Start-ups bei der Pitch Vorbereitung
Die found! Start-ups bei der Pitch Vorbereitung

Integration durch Arbeitsplätze – die Richtung stimmt

Laut Deloitte Umfrage beschäftigen ein Drittel der  befragten österreichischen Unternehmen anerkannte Flüchtlinge

Eine erfreuliche Entwicklung zeigt die aktuelle Deloitte Umfrage zum Thema Integration von Geflüchteten am Arbeitsmarkt: bereits rund ein Drittel der befragten Unternehmen beschäftigt anerkannte Flüchtlinge. Die größte Hürde stellen verbesserungswürdige Deutschkenntnisse dar, aber auch Vereinfachungen seitens des Gesetzgebers würden Anstellungen erleichtern.

Noch im Sommer 2016 waren zwei Drittel der heimischen Unternehmen zwar bereit Flüchtlinge einzustellen, doch hatte erst 1% diesen Vorsatz umgesetzt. Nur eineinhalb Jahre später zeigt sich, dass die Unternehmen ihren Worten Taten folgen ließen. 31 % der befragten österreichischen Unternehmen beschäftigt mittlerweile anerkannte Flüchtlinge, 91 % planen zudem weitere Geflüchtete einzustellen.

Grafik: Deloitte Umfrage Integration Geflüchteter am Arbeitsmarkt
Grafik: Deloitte Umfrage Integration Geflüchteter am Arbeitsmarkt

Gefunden: Praktikanten, Lehrlinge, Fachkräfte

74 % der Unternehmen, die Personen mit Fluchthintergrund beschäftigen, haben zumindest eine geflüchtete Person als Hilfskraft, Praktikant, Lehrling oder Trainee angestellt. Bei 46 % sind anerkannte Flüchtlinge als Fachkräfte tätig. Aktuell beschäftigt allerdings noch keines der Unternehmen eine geflüchtete Person in leitender Position.

Gesucht: hochwertige Deutschkurse, rechtliche Vereinfachungen

Auf die Frage, ob die derzeit beschäftigten geflüchteten Personen über ausreichend fachliche Qualifikationen besitzen, antworten 56 % positiv – sie sind mit den Fachkenntnissen zum Zeitpunkt der Einstellung zufrieden. Im Vergleich dazu berichten 44 % von mangelnden fachlichen Qualifikationen.

Die Hälfte der Befragten gibt zudem einen Verbesserungsbedarf bei den Deutschkenntnissen an. Die fehlenden Sprachkenntnisse werden auch als eine der größten Hürden bei der Anstellung von geflüchteten Personen genannt.

Zudem werden von den Unternehmen rechtliche Vereinfachungen für die Anstellung von geflüchteten Menschen gefordert. Gemäß Umfrage betrachtet die Mehrheit der Unternehmen es als ihre Aufgabe, einen Beitrag zur erfolgreichen Integration von Geflüchteten zu leisten. Sie erwarten sich dabei jedoch Hilfe seitens Staat und Gesetzgeber in Form von Abbau bürokratischer Hürden, unterstützender Beratung und Vereinfachung der rechtlichen Regelungen.

Gesucht? Gefunden! – Social Start-up Initiative found! wählt sechs Finalisten

Viele Social Start-ups haben sich beworben, sechs schafften es in die finale Runde. Voraussetzung dafür: der Schwerpunkt der Geschäftsidee liegt auf der Schaffung von Arbeitsplätzen und Chancen für anerkannte Flüchtlinge. Für die Finalisten des Projekts found! beginnt nun eine sechsmonatige Inkubationsphase. In dieser Zeit werden sie von Experten in ihrer Entwicklung begleitet und unterstützt. Am Ende dieser sechs Monate steht für zwei Teams die Aussicht auf weitere finanzielle Unterstützung und Pro Bono Beratung.

Und die Gewinner sind…

…MORE THAN ONE PERSPECTIVE (MTOP)
Ihr Ziel: Vorbereitung von gut ausgebildeten Geflüchteten auf den Arbeitsmarkt durch Workshops, Training, Coaching und Mentoring, sowie Vermittlung an passende Unternehmen.

…SHADES TOURS
Ihr Ziel: Geführte Touren sowie Vorträge mit geflüchteten Personen in Österreich, wodurch auch direkt Arbeitsplätze geschaffen werden.

…Topfreisen
Ihr Ziel: Eventcatering in Wien und Umgebung: die Speisen werden von Flüchtlingen gekocht und stammen aus deren Heimatländern. Zusätzliche Gastronomie-Ausbildung durch die neue Topfreisen Academy.

…Habibi & Hawara’s Bazaar
Ihr Ziel: Aufbau eines virtuellen Marktplatzes zusätzlich zum etablierten Restaurant, um eigenproduzierte Produkte und Waren von gemeinnützigen Organisationen und Institutionen mit Flüchtlingsbezug verkaufen zu können.

…Kattunfabrik
Ihr Ziel: Eingliederung von geflüchteten Schneidern in den Arbeitsmarkt bei gleichzeitiger Schaffung von langfristigen Arbeitsplätzen.

…Chance Giving, Chance Living 4 Refugees
Ihr Ziel: Geflüchteten soll durch eine Art “Vorlehre” sowie ein Mentoring-Programm in Kooperation mit Schulen, Unternehmen sowie dem öffentlichen Sektor der Eintritt in den Arbeitsmarkt erleichtert werden.

Wir wünschen allen Finalisten eine spannende Zeit freuen uns bereits jetzt auf die Ergebnisse!

Workshopsituation 1 found! Finalisten und Mentoren (Credits Cochic Photography) (vlnr): David Günther (Deloitte), Nina Poxleitner (MTOP), Lisa-Maria Sommer (MTOP), Amela Poglitsch (Deloitte), Klara Fasching (Deloitte)
Workshopsituation 2 found! Finalisten und Mentoren (Credits Cochic Photography) (vlnr): David Simon (Deloitte), Cornelia Mayer (Topfreisen Academy), Yasmina Gross (Topfreisen Academy), Christoph Nestler (Deloitte)
Gruppenfoto 2 found! Finalisten (Credits Cochic Photography) (vlnr): Katha Schinkinger (Habibi & Hawara’s Bazaar), Jasmin Bauer (Kattunfabrik), Lisa-Maria Sommer (MTOP), Franz Unterkreuter (Chance Giving, Chance Living 4 Refugees), Christian Radauer (Deloitte), Yasmina Gross (Topfreisen Academy), Perrine Schober (Shades Tours), Martina Maria Linzer (Chance Giving, Chance Living 4 Refugees), Cornelia Mayer (Topfreisen Academy), Ioana Constantin (Impact Hub Vienna), Christine Jama (Impact Hub Vienna)

Die Deloitte/RBI Finance & Accounting School ist abgeschlossen und wir gratulieren!

Ziel der Deloitte/RBI Finance & Accounting School war es, 15 hochmotivierten geflüchteten Menschen eine Buchhaltungsausbildung zu ermöglichen, die ihnen einen guten Start am österreichischen Arbeitsmarkt erlaubt. 

15 TeilnehmerInnen haben von Februar 2017 bis Ende November 2017 am WIFI Deutsch- und Buchhaltungskurse besucht. Daneben gab es eine Seminarreihe zu Themen wie Bewerbungen, Arbeitsmarkt und interkulturelle Kompetenzen. Nun konnten die Teilnehmerinnen neben der B2 Prüfung auch die anerkannte WIFI Prüfung „Buchhaltunsgspraxis“ absolvieren. Ein Großteil konnte die Prüfung auch überaus erfolgreich bestehen.

Die TeilnehmerInnen waren stets motiviert und engagiert. Wir gratulieren herzlich zu den Erfolgen und freuen uns, dass viele von ihnen auch bereits am Arbeitsmarkt angekommen sind!

Credits: RBI.          Teilnehmerinnen, Buddies, Projektverantwortliche

 

 

Interview mit Bilal und Majed

Majed und Bilal

Bilal, 32 Jahre alt, ist 2015 aus Aleppo nach Wien geflohen. Er arbeitet seit November bei Deloitte.

Majed, 32 Jahre alt, lebt ebenfalls seit 2015 in Wien und kommt aus Syrien. Er arbeitet auch seit November bei Deloitte.

Beide kennen sich bereits aus Syrien, da sie zeitgleich an der Aleppo Universität studiert haben.

Marie: Ihr seid nun beide seit Anfang November bei Deloitte beschäftigt. Wie seid ihr zu Deloitte gekommen?

Bilal: Meine Geschichte hat im Grunde mit einem E-Mail begonnen. Ich habe ein Mail von refugeeswork erhalten, in dem das More Than One Perspective Programm (MTOP) beworben wurde. Ich habe mich daraufhin für das Programm beworben und daran teilgenommen. Dort gab es unterschiedliche Vorträge – u.a. zu den Themen Arbeitsmarkt, Bewerbungen, Interviewtraining etc. Ich habe meine Sprache dort sehr stark verbessern können, es ist wirklich ein tolles Programm, denn der Fokus liegt auf Kommunikation – nicht nur auf der Grammatik. Durch MTOP bin ich dann wiederum zu Deloitte gekommen. Ich hatte zu Beginn ein Interview mit dir und anschließend mit dem Team, wo ich später dann auch ein Praktikum absolviert habe. In meinem ersten Praktikum im Sommer ging es darum, geflüchtete Menschen im Rahmen eines Research Projekts mit der University of Oxford zu interviewen. Im Rahmen des Praktikums habe ich erfahren, dass Deloitte auch Buchhaltungskurse am WIFI für geflüchtete Menschen finanziert. Ich habe dann einen Platz in diesem Kurs „Deloitte/RBI Finance & Accounting School“ bekommen und im Dezember werde ich den Kurs abschließen. Mittlerweile absolviere ich ein Praktikum im BPS Bereich bei Deloitte. Hier machen wir Umsatzsteuervoranmeldungen, Lohnverrechnung, im Grunde alles im Buchhaltungsbereich. Das macht mir viel Spaß.

 

Marie: War es dein Ziel, in der Buchhaltung zu arbeiten?

Bilal: Ja. Ich arbeite sehr gerne mit Zahlen. Es macht mir sehr viel Freude in diesem Bereich zu arbeiten. Ich merke auch gar nicht, dass die Zeit vergeht. Manchmal müssen mich die anderen sogar erinnern, dass es Zeit ist für die Mittagspause oder für das Heimgehen ist!

 

Marie: Das klingt schön. Hast du das Gefühl, dass du die Kenntnisse aus der Deloitte/RBI Finance & Accounting School bereits praktisch einsetzen kannst?

Bilal: Der Kurs ist sehr hilfreich. Das Buchhaltungssystem in Syrien unterscheidet sich doch recht stark vom Buchhaltungssystem in Österreich. Ohne dem Kurs würde das Praktikum jetzt sicherlich nicht so gut verlaufen. Ich habe mittlerweile das Gefühl, dass ich meine fachlichen Kenntnisse auch einbringen kann und daneben natürlich durch das Praktikum auch sehr viel an Praxiserfahrung gewinne.

 

Marie: Majed, wie ist das bei dir? Wie bist du zu Deloitte gekommen und in welchem Bereich arbeitest du nun?

Majed: Nach dem Erhalt meines Asylstatus habe ich so schnell als möglich versucht Arbeit zu finden. Ich habe beim Österreichischen Integrationsfonds (ÖIF) als Berater gearbeitet und dann dort jemanden kennengelernt, der bei der RBI arbeitet. So bin ich zur Deloitte/RBI Finance & Accounting School gekommen. Da habe ich dann dich kennengelernt und so hatte ich die Möglichkeit für ein Interview bei Deloitte. Ich habe früher auch in Dubai und Katar im Bankenbereich gearbeitet, daher hat mir der Name Deloitte bereits etwas gesagt. Es war immer so etwas wie mein Traum für eine Firma wie Deloitte zu arbeiten. Ich bin sehr glücklich sagen zu können, dass sich mit dieser Stelle dieser Traum erfüllt hat.

 

Marie: Wie würdet ihr die Unternehmenskultur bei Deloitte beschreiben? Kann man sie mit der Unternehmenskultur in euren vorherigen Jobs in Syrien oder Katar vergleichen? Gibt es Unterschiede?

Majed: Ich denke die Arbeit an sich ist schon ähnlich. Aber die Unternehmenskultur unterscheidet sich natürlich. Sie unterscheidet sich aber auch stark z.B. zwischen ÖIF und Deloitte. Bei Deloitte gefällt es mir sehr gut, dass ich eine gewisse Freiheit habe. Ich mag das Vertrauen, das mir entgegengebracht wird und die Integrität. Ich bin sehr motiviert in so einem Umfeld viel zu geben! Ich habe das Gefühl, dass ich mich hier gut entfalten kann und mich weiterentwickeln kann.

 

Marie: Wie ist das Onboarding bei euch abgelaufen?

Majed: Mir hat am ersten Tag sehr gut gefallen, dass alles sehr strukturiert war. Nach der Willkommensveranstaltung erhält man sein Handy und seinen Laptop, man konnte also direkt loslegen. Man muss sich selbst im Grunde nicht kümmern. Natürlich erhält man am Anfang sehr viele Informationen, gerade über interne Strukturen. Das ist natürlich einerseits etwas überfordernd, andererseits auch sehr wichtig um schnell „reinzukommen“. In meiner Position im Human Capital Advisory werde ich viel mit meinen internen Kunden zu tun haben, daher ist es wichtig, dass ich die Personen kennenlerne.

 

Marie: Habt ihr in euren Teams bereits Anschluss gefunden?

Bilal: Ja ich denke schon. Ich gehe oft mit meinem Team Mittagessen. Ein Teammitglied ist auch mein Buddy, der mich bei Unklarheiten und Fragen unterstützt. Zu ihm habe ich einen guten Draht.

 

Marie: Was konntet ihr durch euer Praktikum bereits lernen?

Bilal: Ich bin der Meinung man lernt immer neue Dinge. Auch wenn man schon Erfahrung mitbringt.

Majed: Ich stimme zu. Auch wenn die Stelle ähnlich zu dem sein sollte, was man früher gemacht hat – man lernt immer. Man lernt von den Kolleginnen und Kollegen, es sind neue Erfahrungen. Man kann sich immer weiterentwickeln und sich verbessern in dem was man tut.

 

Marie: Majed, du wirst in Kürze Vater. Was willst du deiner Tochter später einmal als Tipp für die Zukunft mitgeben?

Majed: Mir ist die Freiheit sehr wichtig. Nicht nur Meinungsfreiheit oder Religionsfreiheit. Freies Denken, unabhängig von anderen, auch von den Eltern. Ich möchte für sie, dass sie studiert. Bildung ist so wichtig. Sie soll studieren was sie interessiert und was ihr Spaß macht. Sie soll sich auf die Zukunft konzentrieren. Es gibt viele Jugendliche, die nicht wissen wohin sie sollen. Ich denke man muss viel lernen und viel lesen damit man weiß wie die Zukunft aussehen könnte und damit man die richtigen Entscheidungen treffen kann, die einen fit für die Zukunft machen. Ich denke Technologie ist ganz wichtig. Vielleicht würde ich ihr vorschlagen, dass sie in diesem Bereich studieren sollte, aber wie gesagt – es muss ihr Spaß machen und ich bin sicher, sie wird ihren Weg gehen!

 

Marie: Bilal, was ist dir wichtig im Leben? Was ist dein „Lebensmotto“?

Bilal: Ich finde es sehr wichtig, dass man jeden Tag Neues lernt. Wenn ein Tag ohne Weiterentwicklung vergeht, dann hat man etwas verloren. Ich bin auch der Meinung, man muss sich immer Mühe geben, um etwas zu erreichen. Wenn man etwas gerne tut, dann umso besser. Das ist aber nicht selbstverständlich.

Majed: Das Leben muss man auch ernst nehmen. Auch als Kind. Man soll Freizeit haben, aber das Leben auch ernst nehmen. Es war für Bilal und mich zum Beispiel nicht einfach in ein neues Land zu flüchten und dann alles von 0 aufzubauen. Ich lebe nach dem Motto „Knowledge is life with wings“. Je mehr meine Tocher also lernt, desto mehr sie sich bildet, desto einfacher ist die Zukunft für sie. Die Ausbildung ist also neben Freiheit das Wichtigste für mich.

 

Marie: Majed, du bildest dich selbst ständig weiter. Du bist nach Österreich gekommen, hast sofort mit dem Deutschlernen begonnen, einen Controller Kurs gemacht und Vollzeit gearbeitet. Heute machst du deinen Master, besuchst die Deloitte/RBI Finance&Accounting School, arbeitest bei Deloitte und sprichst perfekt Deutsch. Wie hast du das alles in 2 Jahren geschafft? Und wie bringst du alles unter einen Hut?

Majed: Es ist sicher nicht einfach. Wie du gesagt hast – seit ich in Österreich bin, arbeite ich Vollzeit und studiere nebenbei. Die wichtigste Sache ist sicherlich die Motivation. Und zwar nicht die Motivation von außen, sondern die Motivation von innen. Ich motiviere mich selbst. Meine Motivation ist, dass ich weiß wohin ich will. Das ist sicherlich nicht einfach, ich habe eine Familie. Da ist natürlich auch das Verständnis meiner Frau sehr wichtig. Sie versteht mich und glaubt an mich. Ich studiere jetzt nicht, weil es immer Spaß macht und leicht ist – ich studiere, weil das immer mein Traum war. In Syrien konnte ich meinen Master nicht machen, weil mein Vater leider früh verstorben ist und ich nach dem Bachelor arbeiten musste, um meine Familie zu unterstützen. Das hole ich jetzt nach. Das ist eine Herausforderung, aber auch eine unglaubliche Motivation.

Auch Zeitmanagement ist natürlich sehr wichtig. Manche Menschen sagen, dass sie keine Zeit haben. Es gibt aber immer Zeit, wenn man nur wirklich will.

 

Marie: Bilal, wie schaffst du das? Du sprichst nach nur zwei Jahren sehr gut Deutsch, machst ebenfalls die Deloitte/RBI Finance&Accounting School und arbeitest 40 Stunden in der Woche.

Bilal: Es ist schon sehr stressig muss ich sagen. Dadurch, dass man so viel lernt am Anfang und man so viele Eindrücke hat, ist es nicht einfach. Als ich nach Österreich gekommen bin, war ich der Meinung, dass man sich sehr viel Mühe geben muss, um sich zu integrieren, eine Arbeit zu bekommen. Man muss diese Schwierigkeiten akzeptieren und damit umgehen um ein neues, gutes Leben starten zu können. Wenn man das nicht akzeptiert, dann kann man eigentlich nichts machen.

Majed: Das ist auch eine Analyse vom Lebenslauf her. Man muss seinen Lebenslauf analysieren und schauen, wo sind meine Stärken, wo sind meine Schwächen. Und in einem neuen Land gibt es sicher viele Herausforderungen: Sprache, Ausbildung etc. Wenn eine Österreicherin also z.B. eine Stunde an etwas arbeitet, dann müssen wir doppelt so viel arbeiten – man muss also vieles nebenbei machen um schnell zu lernen und besser zu werden. Ansonsten hat man keine Chance.

 

Marie: Was war bisher euer schönster Moment bei Deloitte, falls es so etwas gibt?

Majed: Für mich war sicher der schönste Moment, als ich die Zusage für den Job bekommen habe. September scheint überhaupt mein Glücksmonat zu sein. Im September habe ich mit meinem ersten Job in Österreich angefangen – beim ÖIF. Im September habe ich geheiratet und im September habe ich hier die Zusage für den Job bei Deloitte bekommen.

Bilal: Mir fällt nicht nur ein Moment ein – es gab bisher sehr viele schöne Momente. Insbesondere die Momente, wo ich mit Zahlen arbeiten kann.

 

Marie: Vielen Dank euch beiden für das Interview und die spannenden Einblicke!