Ankündigung: found! Abschlussevent 2018

Ankündigung:
found! Abschlussevent 2018

Seit Anfang 2016 unterstützt der Deloitte Future Fund unter dem Leitspruch „Perspektiven schaffen“ die berufliche und soziale Integration von Flüchtlingen. Mit den Schwerpunkten Bildung und Arbeit haben wir Projekte wie found! ins Leben gerufen, bei dem in Kooperation mit dem Impact Hub Vienna durch Social Start-ups Arbeitsplätze für Flüchtlinge geschaffen werden. Bei diesem Projekt haben sich auch viele Deloitte MitarbeiterInnen als Mentoren engagiert und mit ihrem Fachwissen die Start-ups tatkräftig unterstützt.

Am 18. Juni pitchen die sechs ausgewählten Finalisten vor einer hochkarätigen Jury. Am Abend findet die Preisverleihung im Impact Hub statt – angereichert durch Impuls-Statements, orientalischem Catering von Topfreisen und Habibi & Hawara, musikalischer Untermalung von Open Piano for Refugees. Gemeinsam werden wir den Abschluss der zweiten Runde found! gebührend feiern!

Final found! Workshop – Letzter Schliff vor dem Jury Hearing

Final found! Workshop – Letzter Schliff vor dem Jury Hearing

Nach einer intensiven 5-monatigen Acceleration Phase für unsere 6 Social Start-ups im found! Programm, fand am 22. Mai der finale Workshop im Impact Hub Vienna statt. Dort wurden unsere Start-ups noch ein letztes Mal auf die Pitches am 18. Juni vorbereitet und durften vor versammelter Mannschaft ihren improvisierten Pitch vortragen. Alle waren mit Begeisterung dabei und es klang sehr vielversprechend! Aber ein Blick von außen öffnet einem ja bekanntlich die Augen. Deshalb halfen wir einander mit gegenseitigem Feedback und arbeiteten an der Perfektionierung der Pitches. Nun liegt es bei den Start-ups, das Feedback umzusetzen und die Jury beim Pitching vom Hocker zu hauen – wir sind gespannt und wünschen allen für den 18. Juni viel Glück!

Die found! Start-ups bei der Pitch Vorbereitung
Die found! Start-ups bei der Pitch Vorbereitung

Integration durch Arbeitsplätze – die Richtung stimmt

Laut Deloitte Umfrage beschäftigen ein Drittel der  befragten österreichischen Unternehmen anerkannte Flüchtlinge

Eine erfreuliche Entwicklung zeigt die aktuelle Deloitte Umfrage zum Thema Integration von Geflüchteten am Arbeitsmarkt: bereits rund ein Drittel der befragten Unternehmen beschäftigt anerkannte Flüchtlinge. Die größte Hürde stellen verbesserungswürdige Deutschkenntnisse dar, aber auch Vereinfachungen seitens des Gesetzgebers würden Anstellungen erleichtern.

Noch im Sommer 2016 waren zwei Drittel der heimischen Unternehmen zwar bereit Flüchtlinge einzustellen, doch hatte erst 1% diesen Vorsatz umgesetzt. Nur eineinhalb Jahre später zeigt sich, dass die Unternehmen ihren Worten Taten folgen ließen. 31 % der befragten österreichischen Unternehmen beschäftigt mittlerweile anerkannte Flüchtlinge, 91 % planen zudem weitere Geflüchtete einzustellen.

Grafik: Deloitte Umfrage Integration Geflüchteter am Arbeitsmarkt
Grafik: Deloitte Umfrage Integration Geflüchteter am Arbeitsmarkt

Gefunden: Praktikanten, Lehrlinge, Fachkräfte

74 % der Unternehmen, die Personen mit Fluchthintergrund beschäftigen, haben zumindest eine geflüchtete Person als Hilfskraft, Praktikant, Lehrling oder Trainee angestellt. Bei 46 % sind anerkannte Flüchtlinge als Fachkräfte tätig. Aktuell beschäftigt allerdings noch keines der Unternehmen eine geflüchtete Person in leitender Position.

Gesucht: hochwertige Deutschkurse, rechtliche Vereinfachungen

Auf die Frage, ob die derzeit beschäftigten geflüchteten Personen über ausreichend fachliche Qualifikationen besitzen, antworten 56 % positiv – sie sind mit den Fachkenntnissen zum Zeitpunkt der Einstellung zufrieden. Im Vergleich dazu berichten 44 % von mangelnden fachlichen Qualifikationen.

Die Hälfte der Befragten gibt zudem einen Verbesserungsbedarf bei den Deutschkenntnissen an. Die fehlenden Sprachkenntnisse werden auch als eine der größten Hürden bei der Anstellung von geflüchteten Personen genannt.

Zudem werden von den Unternehmen rechtliche Vereinfachungen für die Anstellung von geflüchteten Menschen gefordert. Gemäß Umfrage betrachtet die Mehrheit der Unternehmen es als ihre Aufgabe, einen Beitrag zur erfolgreichen Integration von Geflüchteten zu leisten. Sie erwarten sich dabei jedoch Hilfe seitens Staat und Gesetzgeber in Form von Abbau bürokratischer Hürden, unterstützender Beratung und Vereinfachung der rechtlichen Regelungen.

Gesucht? Gefunden! – Social Start-up Initiative found! wählt sechs Finalisten

Viele Social Start-ups haben sich beworben, sechs schafften es in die finale Runde. Voraussetzung dafür: der Schwerpunkt der Geschäftsidee liegt auf der Schaffung von Arbeitsplätzen und Chancen für anerkannte Flüchtlinge. Für die Finalisten des Projekts found! beginnt nun eine sechsmonatige Inkubationsphase. In dieser Zeit werden sie von Experten in ihrer Entwicklung begleitet und unterstützt. Am Ende dieser sechs Monate steht für zwei Teams die Aussicht auf weitere finanzielle Unterstützung und Pro Bono Beratung.

Und die Gewinner sind…

…MORE THAN ONE PERSPECTIVE (MTOP)
Ihr Ziel: Vorbereitung von gut ausgebildeten Geflüchteten auf den Arbeitsmarkt durch Workshops, Training, Coaching und Mentoring, sowie Vermittlung an passende Unternehmen.

…SHADES TOURS
Ihr Ziel: Geführte Touren sowie Vorträge mit geflüchteten Personen in Österreich, wodurch auch direkt Arbeitsplätze geschaffen werden.

…Topfreisen
Ihr Ziel: Eventcatering in Wien und Umgebung: die Speisen werden von Flüchtlingen gekocht und stammen aus deren Heimatländern. Zusätzliche Gastronomie-Ausbildung durch die neue Topfreisen Academy.

…Habibi & Hawara’s Bazaar
Ihr Ziel: Aufbau eines virtuellen Marktplatzes zusätzlich zum etablierten Restaurant, um eigenproduzierte Produkte und Waren von gemeinnützigen Organisationen und Institutionen mit Flüchtlingsbezug verkaufen zu können.

…Kattunfabrik
Ihr Ziel: Eingliederung von geflüchteten Schneidern in den Arbeitsmarkt bei gleichzeitiger Schaffung von langfristigen Arbeitsplätzen.

…Chance Giving, Chance Living 4 Refugees
Ihr Ziel: Geflüchteten soll durch eine Art “Vorlehre” sowie ein Mentoring-Programm in Kooperation mit Schulen, Unternehmen sowie dem öffentlichen Sektor der Eintritt in den Arbeitsmarkt erleichtert werden.

Wir wünschen allen Finalisten eine spannende Zeit freuen uns bereits jetzt auf die Ergebnisse!

Workshopsituation 1 found! Finalisten und Mentoren (Credits Cochic Photography) (vlnr): David Günther (Deloitte), Nina Poxleitner (MTOP), Lisa-Maria Sommer (MTOP), Amela Poglitsch (Deloitte), Klara Fasching (Deloitte)
Workshopsituation 2 found! Finalisten und Mentoren (Credits Cochic Photography) (vlnr): David Simon (Deloitte), Cornelia Mayer (Topfreisen Academy), Yasmina Gross (Topfreisen Academy), Christoph Nestler (Deloitte)
Gruppenfoto 2 found! Finalisten (Credits Cochic Photography) (vlnr): Katha Schinkinger (Habibi & Hawara’s Bazaar), Jasmin Bauer (Kattunfabrik), Lisa-Maria Sommer (MTOP), Franz Unterkreuter (Chance Giving, Chance Living 4 Refugees), Christian Radauer (Deloitte), Yasmina Gross (Topfreisen Academy), Perrine Schober (Shades Tours), Martina Maria Linzer (Chance Giving, Chance Living 4 Refugees), Cornelia Mayer (Topfreisen Academy), Ioana Constantin (Impact Hub Vienna), Christine Jama (Impact Hub Vienna)

Die Deloitte/RBI Finance & Accounting School ist abgeschlossen und wir gratulieren!

Ziel der Deloitte/RBI Finance & Accounting School war es, 15 hochmotivierten geflüchteten Menschen eine Buchhaltungsausbildung zu ermöglichen, die ihnen einen guten Start am österreichischen Arbeitsmarkt erlaubt. 

15 TeilnehmerInnen haben von Februar 2017 bis Ende November 2017 am WIFI Deutsch- und Buchhaltungskurse besucht. Daneben gab es eine Seminarreihe zu Themen wie Bewerbungen, Arbeitsmarkt und interkulturelle Kompetenzen. Nun konnten die Teilnehmerinnen neben der B2 Prüfung auch die anerkannte WIFI Prüfung „Buchhaltunsgspraxis“ absolvieren. Ein Großteil konnte die Prüfung auch überaus erfolgreich bestehen.

Die TeilnehmerInnen waren stets motiviert und engagiert. Wir gratulieren herzlich zu den Erfolgen und freuen uns, dass viele von ihnen auch bereits am Arbeitsmarkt angekommen sind!

Credits: RBI.          Teilnehmerinnen, Buddies, Projektverantwortliche

 

 

Interview mit Bilal und Majed

Majed und Bilal

Bilal, 32 Jahre alt, ist 2015 aus Aleppo nach Wien geflohen. Er arbeitet seit November bei Deloitte.

Majed, 32 Jahre alt, lebt ebenfalls seit 2015 in Wien und kommt aus Syrien. Er arbeitet auch seit November bei Deloitte.

Beide kennen sich bereits aus Syrien, da sie zeitgleich an der Aleppo Universität studiert haben.

Marie: Ihr seid nun beide seit Anfang November bei Deloitte beschäftigt. Wie seid ihr zu Deloitte gekommen?

Bilal: Meine Geschichte hat im Grunde mit einem E-Mail begonnen. Ich habe ein Mail von refugeeswork erhalten, in dem das More Than One Perspective Programm (MTOP) beworben wurde. Ich habe mich daraufhin für das Programm beworben und daran teilgenommen. Dort gab es unterschiedliche Vorträge – u.a. zu den Themen Arbeitsmarkt, Bewerbungen, Interviewtraining etc. Ich habe meine Sprache dort sehr stark verbessern können, es ist wirklich ein tolles Programm, denn der Fokus liegt auf Kommunikation – nicht nur auf der Grammatik. Durch MTOP bin ich dann wiederum zu Deloitte gekommen. Ich hatte zu Beginn ein Interview mit dir und anschließend mit dem Team, wo ich später dann auch ein Praktikum absolviert habe. In meinem ersten Praktikum im Sommer ging es darum, geflüchtete Menschen im Rahmen eines Research Projekts mit der University of Oxford zu interviewen. Im Rahmen des Praktikums habe ich erfahren, dass Deloitte auch Buchhaltungskurse am WIFI für geflüchtete Menschen finanziert. Ich habe dann einen Platz in diesem Kurs „Deloitte/RBI Finance & Accounting School“ bekommen und im Dezember werde ich den Kurs abschließen. Mittlerweile absolviere ich ein Praktikum im BPS Bereich bei Deloitte. Hier machen wir Umsatzsteuervoranmeldungen, Lohnverrechnung, im Grunde alles im Buchhaltungsbereich. Das macht mir viel Spaß.

 

Marie: War es dein Ziel, in der Buchhaltung zu arbeiten?

Bilal: Ja. Ich arbeite sehr gerne mit Zahlen. Es macht mir sehr viel Freude in diesem Bereich zu arbeiten. Ich merke auch gar nicht, dass die Zeit vergeht. Manchmal müssen mich die anderen sogar erinnern, dass es Zeit ist für die Mittagspause oder für das Heimgehen ist!

 

Marie: Das klingt schön. Hast du das Gefühl, dass du die Kenntnisse aus der Deloitte/RBI Finance & Accounting School bereits praktisch einsetzen kannst?

Bilal: Der Kurs ist sehr hilfreich. Das Buchhaltungssystem in Syrien unterscheidet sich doch recht stark vom Buchhaltungssystem in Österreich. Ohne dem Kurs würde das Praktikum jetzt sicherlich nicht so gut verlaufen. Ich habe mittlerweile das Gefühl, dass ich meine fachlichen Kenntnisse auch einbringen kann und daneben natürlich durch das Praktikum auch sehr viel an Praxiserfahrung gewinne.

 

Marie: Majed, wie ist das bei dir? Wie bist du zu Deloitte gekommen und in welchem Bereich arbeitest du nun?

Majed: Nach dem Erhalt meines Asylstatus habe ich so schnell als möglich versucht Arbeit zu finden. Ich habe beim Österreichischen Integrationsfonds (ÖIF) als Berater gearbeitet und dann dort jemanden kennengelernt, der bei der RBI arbeitet. So bin ich zur Deloitte/RBI Finance & Accounting School gekommen. Da habe ich dann dich kennengelernt und so hatte ich die Möglichkeit für ein Interview bei Deloitte. Ich habe früher auch in Dubai und Katar im Bankenbereich gearbeitet, daher hat mir der Name Deloitte bereits etwas gesagt. Es war immer so etwas wie mein Traum für eine Firma wie Deloitte zu arbeiten. Ich bin sehr glücklich sagen zu können, dass sich mit dieser Stelle dieser Traum erfüllt hat.

 

Marie: Wie würdet ihr die Unternehmenskultur bei Deloitte beschreiben? Kann man sie mit der Unternehmenskultur in euren vorherigen Jobs in Syrien oder Katar vergleichen? Gibt es Unterschiede?

Majed: Ich denke die Arbeit an sich ist schon ähnlich. Aber die Unternehmenskultur unterscheidet sich natürlich. Sie unterscheidet sich aber auch stark z.B. zwischen ÖIF und Deloitte. Bei Deloitte gefällt es mir sehr gut, dass ich eine gewisse Freiheit habe. Ich mag das Vertrauen, das mir entgegengebracht wird und die Integrität. Ich bin sehr motiviert in so einem Umfeld viel zu geben! Ich habe das Gefühl, dass ich mich hier gut entfalten kann und mich weiterentwickeln kann.

 

Marie: Wie ist das Onboarding bei euch abgelaufen?

Majed: Mir hat am ersten Tag sehr gut gefallen, dass alles sehr strukturiert war. Nach der Willkommensveranstaltung erhält man sein Handy und seinen Laptop, man konnte also direkt loslegen. Man muss sich selbst im Grunde nicht kümmern. Natürlich erhält man am Anfang sehr viele Informationen, gerade über interne Strukturen. Das ist natürlich einerseits etwas überfordernd, andererseits auch sehr wichtig um schnell „reinzukommen“. In meiner Position im Human Capital Advisory werde ich viel mit meinen internen Kunden zu tun haben, daher ist es wichtig, dass ich die Personen kennenlerne.

 

Marie: Habt ihr in euren Teams bereits Anschluss gefunden?

Bilal: Ja ich denke schon. Ich gehe oft mit meinem Team Mittagessen. Ein Teammitglied ist auch mein Buddy, der mich bei Unklarheiten und Fragen unterstützt. Zu ihm habe ich einen guten Draht.

 

Marie: Was konntet ihr durch euer Praktikum bereits lernen?

Bilal: Ich bin der Meinung man lernt immer neue Dinge. Auch wenn man schon Erfahrung mitbringt.

Majed: Ich stimme zu. Auch wenn die Stelle ähnlich zu dem sein sollte, was man früher gemacht hat – man lernt immer. Man lernt von den Kolleginnen und Kollegen, es sind neue Erfahrungen. Man kann sich immer weiterentwickeln und sich verbessern in dem was man tut.

 

Marie: Majed, du wirst in Kürze Vater. Was willst du deiner Tochter später einmal als Tipp für die Zukunft mitgeben?

Majed: Mir ist die Freiheit sehr wichtig. Nicht nur Meinungsfreiheit oder Religionsfreiheit. Freies Denken, unabhängig von anderen, auch von den Eltern. Ich möchte für sie, dass sie studiert. Bildung ist so wichtig. Sie soll studieren was sie interessiert und was ihr Spaß macht. Sie soll sich auf die Zukunft konzentrieren. Es gibt viele Jugendliche, die nicht wissen wohin sie sollen. Ich denke man muss viel lernen und viel lesen damit man weiß wie die Zukunft aussehen könnte und damit man die richtigen Entscheidungen treffen kann, die einen fit für die Zukunft machen. Ich denke Technologie ist ganz wichtig. Vielleicht würde ich ihr vorschlagen, dass sie in diesem Bereich studieren sollte, aber wie gesagt – es muss ihr Spaß machen und ich bin sicher, sie wird ihren Weg gehen!

 

Marie: Bilal, was ist dir wichtig im Leben? Was ist dein „Lebensmotto“?

Bilal: Ich finde es sehr wichtig, dass man jeden Tag Neues lernt. Wenn ein Tag ohne Weiterentwicklung vergeht, dann hat man etwas verloren. Ich bin auch der Meinung, man muss sich immer Mühe geben, um etwas zu erreichen. Wenn man etwas gerne tut, dann umso besser. Das ist aber nicht selbstverständlich.

Majed: Das Leben muss man auch ernst nehmen. Auch als Kind. Man soll Freizeit haben, aber das Leben auch ernst nehmen. Es war für Bilal und mich zum Beispiel nicht einfach in ein neues Land zu flüchten und dann alles von 0 aufzubauen. Ich lebe nach dem Motto „Knowledge is life with wings“. Je mehr meine Tocher also lernt, desto mehr sie sich bildet, desto einfacher ist die Zukunft für sie. Die Ausbildung ist also neben Freiheit das Wichtigste für mich.

 

Marie: Majed, du bildest dich selbst ständig weiter. Du bist nach Österreich gekommen, hast sofort mit dem Deutschlernen begonnen, einen Controller Kurs gemacht und Vollzeit gearbeitet. Heute machst du deinen Master, besuchst die Deloitte/RBI Finance&Accounting School, arbeitest bei Deloitte und sprichst perfekt Deutsch. Wie hast du das alles in 2 Jahren geschafft? Und wie bringst du alles unter einen Hut?

Majed: Es ist sicher nicht einfach. Wie du gesagt hast – seit ich in Österreich bin, arbeite ich Vollzeit und studiere nebenbei. Die wichtigste Sache ist sicherlich die Motivation. Und zwar nicht die Motivation von außen, sondern die Motivation von innen. Ich motiviere mich selbst. Meine Motivation ist, dass ich weiß wohin ich will. Das ist sicherlich nicht einfach, ich habe eine Familie. Da ist natürlich auch das Verständnis meiner Frau sehr wichtig. Sie versteht mich und glaubt an mich. Ich studiere jetzt nicht, weil es immer Spaß macht und leicht ist – ich studiere, weil das immer mein Traum war. In Syrien konnte ich meinen Master nicht machen, weil mein Vater leider früh verstorben ist und ich nach dem Bachelor arbeiten musste, um meine Familie zu unterstützen. Das hole ich jetzt nach. Das ist eine Herausforderung, aber auch eine unglaubliche Motivation.

Auch Zeitmanagement ist natürlich sehr wichtig. Manche Menschen sagen, dass sie keine Zeit haben. Es gibt aber immer Zeit, wenn man nur wirklich will.

 

Marie: Bilal, wie schaffst du das? Du sprichst nach nur zwei Jahren sehr gut Deutsch, machst ebenfalls die Deloitte/RBI Finance&Accounting School und arbeitest 40 Stunden in der Woche.

Bilal: Es ist schon sehr stressig muss ich sagen. Dadurch, dass man so viel lernt am Anfang und man so viele Eindrücke hat, ist es nicht einfach. Als ich nach Österreich gekommen bin, war ich der Meinung, dass man sich sehr viel Mühe geben muss, um sich zu integrieren, eine Arbeit zu bekommen. Man muss diese Schwierigkeiten akzeptieren und damit umgehen um ein neues, gutes Leben starten zu können. Wenn man das nicht akzeptiert, dann kann man eigentlich nichts machen.

Majed: Das ist auch eine Analyse vom Lebenslauf her. Man muss seinen Lebenslauf analysieren und schauen, wo sind meine Stärken, wo sind meine Schwächen. Und in einem neuen Land gibt es sicher viele Herausforderungen: Sprache, Ausbildung etc. Wenn eine Österreicherin also z.B. eine Stunde an etwas arbeitet, dann müssen wir doppelt so viel arbeiten – man muss also vieles nebenbei machen um schnell zu lernen und besser zu werden. Ansonsten hat man keine Chance.

 

Marie: Was war bisher euer schönster Moment bei Deloitte, falls es so etwas gibt?

Majed: Für mich war sicher der schönste Moment, als ich die Zusage für den Job bekommen habe. September scheint überhaupt mein Glücksmonat zu sein. Im September habe ich mit meinem ersten Job in Österreich angefangen – beim ÖIF. Im September habe ich geheiratet und im September habe ich hier die Zusage für den Job bei Deloitte bekommen.

Bilal: Mir fällt nicht nur ein Moment ein – es gab bisher sehr viele schöne Momente. Insbesondere die Momente, wo ich mit Zahlen arbeiten kann.

 

Marie: Vielen Dank euch beiden für das Interview und die spannenden Einblicke!

Adventkranz der Diakonie

Es freut uns sehr, dass auch heuer wieder Michael Chalupka (Direktor der Diakonie) und Angelika Rohr (seitens der Diakonie zuständig für Unternehmenskooperationen) bei uns zu Besuch waren, um uns einen Adventkranz zu überbringen.

Bernhard Gröhs hat diesen in Stellvertretung für alle im Deloitte Future Fund engagierten Deloitte MitarbeiterInnen angenommen.

Der Kranz wird nun unsere Lobby in der Renngasse in der Vorweihnachtszeit schmücken. Der Adventkranz wurde übrigens vor rund 170 Jahren von der Diakonie „erfunden“.

Der Deloitte Future Fund unterstützt die Diakonie Österreich seit Anfang 2016 bei der Schaffung von Perspektiven für geflüchtete Menschen. Durch das gemeinsame Projekt „Integration durch Bildung“ werden Geflüchtete dabei unterstützt, Bildung zu erhalten und in Österreich Fuß zu fassen. MitarbeiterInnen von Deloitte bringen sich als LernpatInnen persönlich in diesem Projekt ein.

von links nach rechts: Bernhard Gröhs (CEO, Deloitte), Angelika Rohr (Unternehmenskooperationen, Diakonie), Michael Chalupka (Direktor, Diakonie), Marie-Therese Praniess (Corporate Development, Deloitte)

found! Ideation Workshop

Am Donnerstag, den 9. November fand der diesjährige found! Ideation Workshop “From Idea to Impact” im Impact Hub Vienna statt. Ziel des Workshops war es, über Ideen strukturiert nachzudenken und dabei blinde Flecken zu identifizieren. Zielgruppe waren Personen, die eine (vage) Idee haben, wie sie Arbeitsplätze für geflüchtete Menschen schaffen möchten und sich für eine Teilnahme an found! interessieren.

Der Tag startete mit einer Kennenlernrunde, wobei die Fragen hier persönlich gehalten waren. So wurde es bereits zu Beginn des Tages ermöglicht, Anknüpfungspunkte unter den TeilnehmerInnen zu identifizieren.

Anschließend gab es einen Input zum Thema Social Entrepreneurship und eine weitergehende Diskussion was ein Social Business denn eigentlich ausmacht.

Der Fokus des Tages lag auf dem Idea Core und Impact Canvas. Die TeilnehmerInnen haben sich mit den an Design Thinking angelehnten Arbeitspaketen beschäftigt, um an ihren potenziellen Einreichungen bei found! zu arbeiten. Peer Feedback hat zur Weiterentwicklung der eigenen Idee beigetragen.

Um aus erster Hand zu erfahren, was bei einer Teilnahme an found! auf die TeilnehmerInnen zukommt, hat Karin Melcher von CARamel persönlich von ihren Erfahrungen berichtet. CARamel hat den ersten found! Durchgang gewonnen und mit seiner Story die künftigen potenziellen found!er inspiriert.

Vielen Dank allen TeilnehmerInnen für ihr Interesse und ihr Kommen!

Bewerbungen sind noch bis 1. Dezember unter diesem Link möglich!

Ideation Workshop im Impact Hub Vienna

Deloitte im Bildungszentrum Bach

Am Freitag, den 15. September war Deloitte im Bildungszentrum Bach zu Besuch. Ziel des Nachmittags war es, Raum für Austausch zu schaffen und einander kennenzulernen.

Nach einer Hausführung durften wir in einen Bildungsbasiskurs hineinschnuppern. Bildungsbasiskurse dienen der Vorbereitung auf den Pflichtschulabschlusskurs. 2017 werden etwa 120 TeilnehmerInnen im Bach Bildungszentrum die Bildungsbasiskurse durchlaufen. Einige dieser Personen werden von dzt. neun engagierten Deloitte MitarbeiterInnen in Lernpatenschaften unterstützt.

Nach einigen Kennenlernspielen haben wir uns bei selbstgemachten Speisen weiter ausgetauscht.

Vielen Dank allen MitarbeiterInnen und SchülerInnen des Bach Bildungszentrums für die Gastfreundschaft!

Deloitte Mitarbeiterinnen und Schülerinnen des Bildungszentrums Bach

Interview mit Christian Havranek, HR Leader und Human Capital Partner bei Deloitte Österreich

Christian Havranek

Marie: Das Projekt „Second Chance“ des Deloitte Future Funds soll Praktika für geflüchtete Menschen bei Deloitte Österreich ermöglichen. Da du HR Leader von Deloitte Österreich bist und außerdem im Human Capital Consulting bereits Praktikanten mit Fluchtgeschichte aufgenommen hast, freue ich mich über diese Gelegenheit dich zum Projekt zu interviewen. Meine erste Frage an dich: warum ist dir das „Second Chance“ Projekt wichtig?

Christian: Einerseits sind für mich geflüchtete Menschen eine besondere Gruppe am Arbeitsmarkt. Diese Gruppe an Menschen ist unvergleichbar zu allen anderen. Hier geht es natürlich darum zu schauen, ob da nicht für uns als Arbeitgeber die Chance besteht, diese Personen als Talente für uns zu gewinnen. Viele standen bereits im Heimatland im Berufsleben und bringen interessante Qualifikationen mit. Andererseits – wenn wir uns vorstellen, dass alle Unternehmen einen kleinen Beitrag leisten – dann wird das Problem der Arbeitsmarktintegration in Summe kleiner.

Marie: Im Human Capital Consulting haben bereits mehrere Personen mit Fluchtgeschichte Praktika absolviert. Was sind deine persönlichen Erfahrungen und Eindrücke?

Christian: Was ich erlebe ist eine sehr hohe Arbeitsorientierung und eine starke Konzentration auf den eigenen Aufgabenbereich. Das heißt, es sind nicht unbedingt Personen die im Mittelpunkt des Geschehens stehen – es besteht ein sehr guter sachorientierter Umgang miteinander. Ich habe also bisher sehr positive, sehr angenehme Erfahrungen machen dürfen.

Marie: Was hatte die Aufnahme von diesen Praktikanten für einen Effekt auf das jeweilige Team? Gab es sprachliche Hürden?

Christian: Generell erleben wir einen steigenden Englischanteil in Projekten. Jede Weiterbildung ist bei uns in Englisch. Man erlebt teilweise auch in Kundenprojekten – wenn hier jemand aus dem Ausland kommt und vielleicht weniger gut Englisch kann – auch dann wird man einen Weg finden. Ähnlich ist es mit der Verständigung mit den geflüchteten Menschen auf Deutsch. Unser mittlerweile unbefristet angestellter (ehemaliger Second Chance Praktikant) hat aber z.B. einen Aufgabenbereich wo er sehr viel mit Zahlen hantiert – da ist er auch sehr gut und sehr genau und da gibt es fast keine Probleme mit der Kommunikation. Derzeit ist in Überlegung, ihn von 20 Stunden auf 40 Stunden aufzustocken. Das wäre natürlich für seine Einkommenssituation gut, da er derzeit nicht viel mehr als die Mindestsicherung verdient. Man merkt, die Menschen wollen in vielen Fällen einfach arbeiten, auch wenn sie dann nicht viel mehr haben als die Mindestsicherung.

Marie: Wie lief die Einarbeitungszeit ab?

Christian: Die Einarbeitung lief im Grunde wie immer – über einen Coaching, one-to-one Ansatz. Grundsätzlich kann ich sagen, dass diejenigen Personen, die für die Einarbeitung der Praktikanten zuständig waren, sehr engagiert bei der Sache waren als sie gesehen haben wie motiviert und arbeitswillig die Praktikanten waren. Im Grunde war die Einarbeitung im Team total problemlos. Es ist ein wechselseitiger, sehr höflicher und sachbezogener Umgang. Es ist alles sehr unaufgeregt.

Marie: Konntest du oder das Team etwas von den Praktikanten lernen?

Christian: Was ich jedenfalls lerne ist, dass die geflüchteten Menschen bei uns sehr konzentriert arbeiten. Ich habe den Eindruck gewonnen, dass es da durchaus andere Pausenkulturen gibt. Generell arbeiten sie sehr intensiv. Grundsätzlich sind es sicher sehr wagemutige Menschen, die den individuellen Weg nach Europa auf sich nehmen.

Marie: Gibt es in der Zusammenarbeit spezielle Herausforderungen?

Christian: Das wirklich Einzige was mir einfällt ist, man muss sich bemühen so zu sprechen, dass man gut verstanden wird. Es ist wirklich schwer Deutsch zu lernen und da muss man auch eine gewisse Sensibilität haben, nicht gleich mit Fachausdrücken um sich zu werfen.

Marie: Was empfiehlst du geflüchteten Personen, die am österreichischen Arbeitsmarkt Fuß fassen möchten?

Christian: Ich sehe das am Beispiel der geflüchteten Person die ich privat betreue. Für extrovertierte Personen, die in irgendeiner Form Kontakt zu Österreicherinnen und Österreichern haben, ist es leichter. Ein großes Problem haben jene, die keine Kontakte haben und in ihrer eigenen Community bleiben. Denn diese Personen leben sehr isoliert, da werden natürlich auch die Sprachkenntnisse nicht wirklich schnell besser. Anschluss suchen finde ich also einen ganz wichtigen Punkt.

Marie: Was möchtest du österreichischen Arbeitgebern, die in ihrem Unternehmen Arbeitsplätze für geflüchtete Personen schaffen wollen, mit auf den Weg geben?

Christian: Man braucht im Unternehmen einen Menschen der primär den CSR Aspekt bzw. das humanitäre Anliegen im Fokus hat und man muss gleichzeitig akzeptieren, dass das Business das Business ist und damit natürlich im Vordergrund steht. Wichtig ist es in meinen Augen geduldig zu schauen – wo gibt es Überschneidungen, wo macht es Sinn.

Marie: Vielen Dank für das Interview!